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Studenten üben Abtreibungen : Die ausgeschabte Papaya

Leibesfrucht: Die Papaya ähnelt im aufgeschnittenen Zustand einer Gebärmutter. Bild: dpa

In einem Workshop üben Medizinstudenten Abtreibungen an einer Tropenfrucht. Sie meinen, das Thema komme in der Lehre zu kurz. Fachärzte widersprechen.

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          Als alles vorbei ist, bleibt ein kleiner Haufen Papayas übrig. Die 15 Medizinstudenten stehen in Grüppchen im Raum und plaudern noch. Die Tische neben ihnen sind mit Frischhaltefolie bezogen, Fruchtsaft und die perlengroßen Kerne werden keine Spuren am Mobiliar des Seminarraums hinterlassen. Das Obst, das aufgeschnitten wie eine Gebärmutter aussieht, hat seinen Dienst getan. Küretten und handliche Vakuumpumpen verraten, welcher das war: Die Studenten haben an ihnen geübt, wie eine Schwangerschaft abgebrochen wird.

          Geleitet wurde der Marburger Workshop von Nathan Klee und Kristina Hänel. Klee, der als Assistenzarzt in der Gynäkologie arbeitet, ist selbst erst 29 Jahre alt. Er hat den Eindruck, dass sich die meisten Fachärzte mit dem Thema Abtreibung nicht beschäftigen wollen. Deshalb sei eine Veranstaltung wie diese, außerhalb des Curriculums, überhaupt notwendig. Die Teilnehmer des „Papaya-Workshops“ sind im siebten oder achten Semester, im klinischen Teil ihres Studiums. Dort sollen sie zwar Praxiskenntnisse erwerben, doch Operationstechniken stehen meist nicht im Lehrplan, nicht einmal der Eingriff am Blinddarm.

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