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: Amerikanische Truppen ziehen aus Mittelhessen ab / Aufgabe der Standorte Friedberg, Wetzlar, Bad Nauheim und Butzbach

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a.k./bad. Die amerikanischen Streitkräfte werden zwischen 2006 und 2008 den Großteil ihrer in Mittelhessen stationierten Truppen abziehen. Wie das Army-Hauptquartier in Heidelberg am Mittwoch mitteilte, ...

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          a.k./bad. Die amerikanischen Streitkräfte werden zwischen 2006 und 2008 den Großteil ihrer in Mittelhessen stationierten Truppen abziehen. Wie das Army-Hauptquartier in Heidelberg am Mittwoch mitteilte, sollen dabei die Standorte Friedberg, Wetzlar, Bad Nauheim und Butzbach stufenweise vollständig aufgegeben werden, während in Gießen noch ein Rest von Zivilbeschäftigten in einem Zentrallager für Kleidung und Fahrzeugteile sowie in der Wohnungsverwaltung verbleiben wird. Insgesamt sind davon 3700 Soldaten mit rund 5000 Angehörigen sowie 410 amerikanische Zivilisten betroffen.

          Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bedauerte die Entscheidung der Amerikaner. Dadurch würden nicht nur die betroffenen Kommunen vor neue Infrastrukturprobleme gestellt, sondern es fielen auch 230 Arbeitsplätze für deutsche Zivilangestellte weg. Koch strebt nach seinen Worten "vernünftige Übergangslösungen" an. Vor allem die Stadt Gießen, die schon jetzt unter überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit leide, stehe nach der Entscheidung der Amerikaner vor neuen Herausforderungen. Es bleibe jedoch zumindest in diesem Fall genügend Zeit, Nachfolgenutzungen für die Liegenschaften zu finden, weil die Räumung des Standortes Gießen erst für die Jahre 2007 und 2008 vorgesehen sei. Bei der Bewältigung der Folgen des Abzugs werde das Land die Stadt unterstützen, sicherte Koch zu. Darüber hinaus sprach der Ministerpräsident auch von einem Verlust für die guten deutsch-amerikanischen Beziehungen, die sich über Jahrzehnte in Mittelhessen herausgebildet hätten.

          Die Entscheidung des amerikanischen Verteidigungsministeriums ist der hessischen Staatskanzlei am Mittwoch mitgeteilt worden, die Pläne zur Konzentration der Truppen im oberpfälzischen Grafenwöhr waren aber bereits seit mehr als einem Jahr bekannt. "Aus militärischen Gründen hat die US-Armee in Europa für die Einrichtungen in und um Gießen in der Zukunft keine Verwendung mehr", heißt es in der Mitteilung des Army-Hauptquartiers. Von der Verlegung nach Grafenwöhr, dem größten Truppenübungsplatz der amerikanischen Armee in Europa, verspricht sich das Pentagon neben größerer militärischer Schlagkraft vor allem eine erhebliche Kostenersparnis in Höhe von rund 19 Millionen Dollar im Jahr. Mit der Standortoptimierung Ost könne die Zahl der Militärtransporte verringert, die Verlegbarkeit von Einheiten verbessert und das Training der Soldaten effizienter gestaltet werden, hieß es im Hauptquartier in Heidelberg. Darüber hinaus lebten künftig die Familien immer am selben Standort wie die Soldaten.

          Die Pläne sehen im einzelnen vor, von 2006 an zunächst Wohnsiedlungen in Friedberg, Wetzlar und Bad Nauheim an das Bundesvermögensamt zurückzugeben. 2007 sollen Kasernen und Übungsgelände in Friedberg und Butzbach geschlossen werden, ein Jahr später Wohnsiedlungen und Militäreinrichtungen in Gießen.

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