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Alter Bundesrechnungshof-Bau : Überarbeitungsbedürftige Entwürfe

Zweiter Platz: Der Entwurf des Büros Auer + Weber für den ehemaligen Sitz des Bundesrechnungshofs in Frankfurt Bild: Simulation Auer + Weber

Zwei zweite Sieger gibt es im Wettbewerb um die Neugestaltung des alten Bundesrechnungshofs in Frankfurt. Die endgültige Entscheidung fällt im August. Im nächsten Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen.

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          Im Wettbewerb um die Neugestaltung des früheren Bundesrechnungshofs in der Innenstadt ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Wie die Bauherren, die OFB Projektentwicklung und Fay Projects, mitteilten, teilen sich zwei Architektenbüros den zweiten Platz. Es handelt sich um Stefan Forster aus Frankfurt und Auer + Weber aus Stuttgart. Ein dritter Preis ging an KSP Jürgen Engel Architekten, ebenfalls aus Frankfurt. Insgesamt waren zehn Büros eingeladen worden. Forster und Auer + Weber sollen ihre Vorschläge in den nächsten Wochen überarbeiten, am 22. August wird das Preisgericht dann wieder tagen, um einen Sieger zu küren.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

          Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) sagte, dieser abermalige Zeitverlust für das seit langem leerstehende Ensemble sei aus Sicht der Stadt zu verschmerzen. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.“ Er lobte die Unternehmen OFB und Fay dafür, einen Wettbewerb ausgelobt zu haben. Der Bundesrechnungshof stelle an Projektentwickler und Architekten besondere Herausforderungen, weil Funktionalität, Gestaltung und Denkmalschutz miteinander vereinbart werden müssten. Alle eingereichten Vorschläge hätten ihre Stärken gehabt, gleichwohl sei der „eierlegende Wollmilchentwurf nicht darunter gewesen“.

          Denkmalgeschützter Bestand

          Laut Alois Rhiel, Sprecher der OFB-Geschäftsführung, hat vor allem die Verbindung des zu sanierenden denkmalgeschützten Bestandes mit den Neubauten viele Architekten vor Schwierigkeiten gestellt. Er hob hervor, dass die Bauherrenvertreter im Gremium besonders stark auf die Funktionalität geachtet hätten. Die Kosten, die mit dem Denkmalschutz verbunden seien, müssten schließlich erwirtschaftet werden.

          Rhiel bezog sich damit auf die Vorgeschichte des Projekts. Nachdem OFB und Fay den Bundesrechnungshof gekauft hatten, wollten sie den Denkmalschutz für die östlichen Teile des Nachkriegsbaus aufheben lassen. Sie argumentierten, dass die Bausubstanz marode sei, und legten entsprechende Gutachten vor. Allerdings verweigerten die Denkmalpfleger dem Ansinnen ihre Zustimmung, und auch die Politik zeigte sich unnachgiebig.

          Im Dezember 2012 einigten sich die Projektentwickler mit Planungsdezernent Cunitz auf einen Kompromiss. Demnach wird das historisch bedeutende Hauptgebäude zumindest äußerlich, der Ostflügel sogar komplett erhalten. Beide Gebäudeteile dürfen nach der Sanierung als Büroflächen genutzt werden. Auf dem westlichen Teil des Areals kann ein Hotelneubau entstehen. Außerdem darf auf der Südostecke des Grundstücks, also zum Römer hin, ein frei stehendes Wohngebäude errichtet werden. Im Erdgeschoss sind zudem öffentliche Nutzungen wie Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen.

          Laut Michael Guntersdorf, der die zuständige Projektgesellschaft BS GmbH führt, könnte der Bauantrag Anfang 2014 eingereicht werden. Mit der Fertigstellung ist für Ende 2016 zu rechnen. Auf dem Areal kann nach Angaben der Projektentwickler eine Bruttogeschossfläche von 30 000 Quadratmetern untergebracht werden; rund 50 Prozent würden auf das Hotel entfallen. Geplant sei, an dieser Stelle ein preisgünstige Herberge zu errichten, die sich eher für Touristen als für Geschäftsleute eigne. Die Stadt halte es für richtig, in diesem Marktsegment tätig zu werden. Erste Gespräche mit potentiellen Betreibern würden geführt.

          Hoher Turm kein Thema

          Die Fläche für Wohnungen beläuft sich auf 3000 bis 4000 Quadratmeter. Die genaue Zahl wird erst feststehen, wenn eine Entscheidung über die Höhe des geplanten Solitärs gefallen ist. Planungsdezernent Cunitz ließ erkennen, dass er das achtgeschossige Hauptgebäude des Rechnungshofs für eine passendes Vergleichsmaß hält; eventuell sei auch ein Geschoss mehr möglich. Nicht in Frage komme die Idee des drittplatzierten Büros KSP, an dieser Stelle einen markanten vierzehngeschossigen Turm zu errichten. Wolfgang Heid, Sprecher der Geschäftsführung von Fay Projects, bezifferte die Gesamtinvestition auf rund 120 Millionen Euro.

          Cunitz ließ auf Nachfrage offen, ob die Stadt gleichzeitig mit den Bauarbeiten auf dem Areal auch die Verkehrssituation neu ordnet. Nach den ursprünglichen Plänen sollte beispielsweise der Mund des Theatertunnels verkleinert werden. Dazu seien noch Gespräche mit dem Verkehrsdezernat zu führen, so Cunitz. Klar sei, dass die Stadt für die Kosten aufkommen müsste.

          Die zweiten Preisträger haben für den Hotelbau eine gefällige Formensprache gewählt. Die Gabelung von Berliner Straße und Braubachstraße wird durch eine Rundung gestaltet. Anders als Forster, der die Fassade horizontal gliedert, setzen Auer + Weber vertikale Akzente. Auf Ablehnung ist in der Jury der Entwurf des Stuttgarter Büros für das Wohnhaus gestoßen; hier wird eine zeitgenössische, dunkle Fassade mit unregelmäßig eingeschnittenen quadratischen Fensteröffnungen vorgeschlagen. An Forsters Entwurf wiederum gefiel der Übergang vom Hotel zum historischen Teil nicht. Hier haben Auer + Weber mit einer Art Glasfuge eine harmonischere Lösung gefunden.

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