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Alteigentümer geben Millionen : Großaufträge aus China für Manroland Offenbach

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Hoffnung zumindest für das Offenbacher Werk haben millionenschwere Großaufträge aus China geweckt: Manroland Bild: dapd

Ohne Stellenstreichungen wird es beim insolventen Druckmaschinenbauer Manroland nicht gehen. Die Alteigentümer geben 24 Millionen Euro, um Mitarbeitern den direkten Abstieg in die Arbeitslosigkeit zu ersparen. Hoffnung machen Großaufträge aus China.

          Beim insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland sind die Alteigentümer Allianz und MAN offenbar zu millionenschweren Zugeständnissen bereit. Nach Informationen der IG Metall haben sie sich verpflichtet, mit einem Sockelbetrag von 24 Millionen Euro Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften zu unterstützen. Über sie sollen nicht mehr benötigte Beschäftigte qualifiziert und in andere Jobs vermittelt werden.

          Entsprechende Zusagen hätten Vorstandsmitglieder beider Unternehmen dem Insolvenzverwalter Werner Schneider und dem stellvertretenden Aufsichtsratschef Jürgen Kerner gemacht, berichtete die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt. „Beide Unternehmen haben nach konstruktiven Gesprächen erklärt, dass sie Arbeitnehmer von Manroland, die nach einer Insolvenz nicht weiterbeschäftigt werden können, nicht im Regen stehen lassen werden und sich an möglichen Lösungen finanziell beteiligen werden“, erklärte der Gewerkschafter Kerner laut einer Mitteilung. Beide Konzerne stellten sich ihrer Mitverantwortung für die Arbeitnehmer von Manroland. Die Höhe der zugesagten Zahlungen stelle einen Kompromiss dar.

          China-Aufträge für Offenbach

          Die IG Metall rechnet mit einem Verlust vieler Arbeitsplätze an den drei Standorten des Druckmaschinenherstellers in Augsburg, Offenbach und Plauen. Nach jüngsten Angaben beschäftigt Manroland an den drei Inlandsstandorten weniger als 5000 Menschen, weltweit sind es rund 6500.

          Hoffnung zumindest für das Offenbacher Werk haben millionenschwere Großaufträge aus China geweckt. Der Wert von drei Aufträge liege zusammen im unteren zweistelligen Millionenbereich, berichtete das Unternehmen.

          Die Manroland AG hatte Ende November vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem die Haupteigner Allianz und MAN dem verlustreichen Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatten. Der Insolvenzverwalter Schneider will bis zum Ende des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 31. Januar 2012 wesentliche Teile des Unternehmens verkaufen, um den Geschäftsbetrieb fortzuführen und möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern.

          IG Metall für Bürgschaften

          Kerner verlangte mehr Unterstützung von der Politik. „Jedes neue Unternehmen braucht finanzielle Unterstützung in Form von Bürgschaften oder Krediten und dies ohne monatelange Prüfung der Konzepte“, erklärte das IG-Metall-Vorstandsmitglied. Die Wirtschaftsminister und Ministerpräsidenten der beteiligten Länder Bayern, Hessen und Sachsen seien hier in der Pflicht.

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