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Frankfurter Geschichte : Als die Nazis den 1. Mai stahlen

Beflaggte Altstadt: In der Bendergasse hingen zwischen teils improvisierten Hakenkreuzfahnen die Farben des Kaiserreichs. Bild: HMF

Der erste „Tag der nationalen Arbeit“ war ein historischer Schlüsselmoment. Hunderttausende feierten mit – und das im angeblich so liberalen Frankfurt. Mit den Ursachen beschäftigt sich eine Ausstellung im Historischen Museum.

          5 Min.

          Heute würde man von einem Mega-Event sprechen. Halb Frankfurt war auf den Beinen, um den ersten „Tag der nationalen Arbeit“ zu feiern. Auf dem Rathausbalkon wurden die Hakenkreuzflaggen gehisst, unten vor dem Römer zeigte die Menge den Hitlergruß, durch die Stadtteile marschierten Braunhemden auf dem Weg zum Ostpark, wo eine Großkundgebung stattfand, an der laut zeitgenössischen Zeitungsberichten 200.000 Menschen teilnahmen.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Aber die bloße Teilnehmerzahl ist nicht das Bemerkenswerte an jenem 1. Mai 1933. Massenaufmärsche mit Hakenkreuzflaggen sollte es in den folgenden Jahren zuhauf geben. Das Besondere an jenem Tag ist in der historischen Rückschau vielmehr, dass er Deutschland in einem Moment zeigt, als die Nazis gerade die Herrschaft übernommen, sie aber noch nicht gefestigt hatten. Partei und Staat waren noch nicht verschmolzen, die neuen Machthaber wollten und mussten die Bevölkerung für sich gewinnen – soweit möglich auch jene Milieus, die sie nicht gewählt hatten.

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