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Mord und Vergewaltigung : Ali B. soll Susanna mit dem Tod bedroht haben

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Angeklagt wegen Mordes und Vergewaltigung: Ali B. soll sein Opfer zuvor bedroht haben. Bild: AFP

Ali B. soll die Schülerin Susanna F. vergewaltigt und ermordet haben. Nun berichtet ein Zeuge, dass es zuvor Warnhinweise für die Tat gegeben habe.

          Der wegen Mordes an der Mainzer Schülerin Susanna angeklagte Ali B. soll nach Aussage eines Zeugen damit gedroht haben, das Mädchen zu töten, sollte sie nicht mit ihm schlafen. Ali B. habe Susanna nicht in Ruhe lassen wollen, berichtete der Zeuge am Montag vor dem Landgericht Wiesbaden aus einem Gespräch mit dem Angeklagten. Der 22 Jahre alte Verdächtige habe ihn zudem einmal mit einem Messer bedroht. Der Zeuge wiederholte damit seine Aussagen von Ende März.

          Der irakische Flüchtling Ali B. soll die 14 Jahre alte Susanna aus Mainz im Mai 2018 in Wiesbaden vergewaltigt und ermordet haben. Zum Prozessauftakt hatte er zugegeben, das Mädchen getötet zu haben. Die Vergewaltigung bestreitet er.

          Entscheidender Hinweis zur Tat

          Der laut Staatsanwaltschaft mindestens 14 Jahre alte Zeuge hatte bei der Suche nach Susanna der Polizei den entscheidenden Hinweis auf Ali B. gegeben. Er hatte sich erst an die Behörden gewandt, nachdem sich Ali B. mit seiner Familie in den Nordirak abgesetzt hatte. Bei den damaligen Befragungen hatte er der Polizei gesagt, Angst vor der Familie B. zu haben. In einem weiteren Verfahren, bei dem es um die Vergewaltigung einer Elfjährigen geht, sitzen Ali B. und dieser Jugendliche gemeinsam auf der Anklagebank.

          Ali B. ließ über seinen Verteidiger berichten, er habe den Jugendlichen nie mit einem Messer bedroht. Wie schon bei der ersten Aussage des Jugendlichen vor Gericht Ende März musste Ali B. am Montag den Saal vorübergehend verlassen, um den Zeugen nicht einzuschüchtern. Ali B. verfolgte die Vernehmung von einem anderen Zimmer aus per Video- und Audioübertragung. Vor und im Saal waren die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft worden. Vergangene Woche hatte die Mutter einer jungen Zeugin den Angeklagten mit einem zusammengeklappten Regenschirm attackiert. Die Justizbeamten gingen dazwischen und geleiteten die Frau aus dem Raum.

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