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Irrfahrt der St. Louis : Verhängnisvolle Wendung

  • -Aktualisiert am

Alfred Manasse kam am 14. August 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Bild: EPA

Das rettende Ufer von Kuba vor Augen, müssen die jüdischen Passagiere der St. Louis 1939 doch nach Europa zurückkehren. Auch für Alfred Manasse aus Frankfurt bedeutet das den Tod.

          6 Min.

          Als Alfred Manasse an Bord der „St. Louis“ am 27. Mai 1939 die kubanische Hauptstadt Havanna mit dem großen palmenbestandenen Platz erblickte, dachte er, endlich in Sicherheit zu sein. Doch statt der erhofften Ankunft und dem Gefühl der Erleichterung standen ihm und den anderen 936 fast ausschließlich jüdischen Passagieren Wochen zwischen Hoffen und Bangen bevor. Die kubanischen Behörden stoppten das Passagierschiff der Hamburger Reederei Hapag in der Bucht noch vor der Hafeneinfahrt. Kein Passagier durfte das Schiff verlassen, da der kubanische Präsident Brú ein Landungsverbot erteilt hatte.

          Der Inselstaat in der Karibik, eines der letzten Länder, für die man noch ein Visum bekommen konnte, hatte wegen der Wirtschaftskrise und der Aufnahme vieler Bürgerkriegsflüchtlinge aus Spanien seine Einreisebedingungen kurz zuvor verschärft. Die Flüchtlinge an Bord, die wie Alfred Manasse am 13.Mai 1939 in Hamburg aufgebrochen waren, um Verfolgung und Terror in Nazi-Deutschland zu entkommen, hatten jetzt ihr Ziel vor Augen, konnten es aber nicht erreichen.

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