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Alarm in Hessen : Wie fängt man einen Wolf?

Gejagte Jäger: In Osthessen sucht man nach einem entflohenen Wolf (Symbolbild). Bild: ZB

Nach dem Ausbruch zweier Wölfe sind die Bewohner in Osthessen alarmiert. Eines der entlaufenen Tiere ist zwar zwischenzeitlich gesichtet worden, aber nicht gefangen. Dafür gibt es aber gleich mehrere Ideen.

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          Wölfe sind intelligente Tiere, wenn auch nicht so schlau wie Füchse. Jedenfalls lassen sie sich eher selten beim Verdauungsschlaf den Bauch aufschneiden wie in einschlägigen Grimmschen Märchen. Es ist nicht leicht, sie einzufangen, wenn sie durch die Gegend stromern, um junge Geißlein und kleine Mädchen mit roten Käppchen zu verspeisen. „Wenn die Wölfe Menschen als harmlos erleben, testen sie gern ihre Grenzen aus“, warnt Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal von der Universität Wien, der das Wolf Science Centre in Ernstbrunn im Weinviertel leitet. Menschen gehören zwar nicht ins Beuteschema des Wolfs. Doch Gehegewölfe sind unberechenbar, weil sie Menschen mit Futter assoziieren.

          Claudia Schülke

          Freie Autorin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Bewohner Osthessens sind alarmiert. Am 18. Januar sind zwei Wölfe aus ihrem Gehege im Wildpark Knüll in Homberg an der Efze ausgebrochen. Die Wölfin Cleo wurde noch im Park erschossen, damit die dort freilaufenden Huftiere nicht in Panik geraten und weiteren Schaden anrichten konnten. Eine Betäubung sei nicht möglich gewesen, gab Wildparkleiter Wolfgang Fröhlich bei einer Pressekonferenz bekannt, weil der herbeigeeilte Tierarzt nicht nah genug an das Tier herankam. Der andere Wolf überwand die Grenzen des Parks und sucht jetzt im Schwalm-Eder-Kreis nach Futter. Ein ausgewachsener Wolf braucht zwei bis drei Kilogramm Fleisch am Tag. Wölfe können aber auch bis zu zwei Wochen hungern – und bis zu 70 Kilometer pro Tag wandern.

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