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„Project Shelter“ : In zwei Stunden mehr erreicht als in zwei Jahren

Leerstand: Dieses Haus hatten die Aktivisten besetzt. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Gruppe „Project Shelter“ beendet ihre Hausbesetzung und erzielt eine Einigung mit dem Hausbesitzer. Für Dienstag ist bereits die nächste Aktion geplant.

          Nach zwei Stunden Verhandlung war es so weit: Jakob Dettmar und seine Gruppe „Project Shelter“ hatten sich durchgesetzt. Am Dienstagabend hatten die Aktivisten ein leerstehendes Haus an der Bergerstraße besetzt, um Raum für ihr Projekt zu bekommen. Seit 2014 fordert die Gruppe Wohnraum für Flüchtlinge und Migranten, denen Obdachlosigkeit bevorsteht. Ohne festen Wohnsitz können diese Menschen keine Arbeit annehmen, und ohne Arbeit können sie keine Miete zahlen. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, engagieren sich in „Project Shelter“ etwa 70 Menschen. Die jüngste Aktion war die Besetzung in Bornheim. „Wir wollten damit zeigen, dass es leerstehende Häuser gibt“, erläutert Sprecher Jakob Dettmar.

          Erdgeschoss wird als Begegnungscafé genutzt

          Diesmal hatte die Gruppe Erfolg mit ihrer Taktik. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Besitzer einigten sich die Aktivisten und der Eigentümer. „Project Shelter“ darf das Erdgeschoss künftig für ein Begegnungscafé nutzen. „Es ist beeindruckend“, sagt der Aktivist am Tag nach dem Gespräch. „In zwei Stunden Verhandlung mit einem privaten Hausbesitzer haben wir mehr erreicht als in den zwei Jahren, in denen wir versucht haben, Unterstützung von der Stadt zu bekommen.“

          Das Begegnungscafé sei ein guter Anfang, finden die Aktivisten. Jetzt müsse aber mehr kommen: Die Migranten brauchten eine langfristige Lösung für ihre Unterkunft. Die Stadt helfe wenig, beklagt sich Dettmar: „Obwohl Mike Josef gesagt hat, er würde sich um eine Lösung kümmern, wenn er in ein entsprechendes Amt kommt, ist nichts passiert.“ Der SPD-Politiker sei am Dienstag zur Besetzung gerufen worden, habe aber nicht reagiert. Die nächsten Aktionen, mit denen die Gruppe Aufmerksamkeit erregen will, sind deshalb schon geplant – nächsten Dienstag wird am Campus Bockenheim eine zweite Aktion stattfinden. Was sie vorhaben, verrät „Project Shelter“ aber noch nicht.

           

           

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