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Privatschule in Mainz : Wissensduelle ohne Notendruck

Mit digitaler Technik: An der Privatschule in Mainz sind allerdings Smartphones im Unterricht tabu. Bild: Cornelia Sick

Die private Steinhöfel-Wirtschaftsschule fordert Jugendliche in der Aktion „#Bildungsliga“ heraus. Die selbstentwickelte Quiz-App soll helfen, schneller zu rechnen und zu verstehen, was die Zauberflöte ist.

          Das mit der „56“ hat Tina Veigel schon länger geärgert. Kaum eine Zahlenkombination führe beim Kopfrechnen zu schlechteren Ergebnissen als die simple Frage nach „sieben mal acht“, sagt die Lehrerin, die zusammen mit Ehemann Joachim Veigel die private Steinhöfelschule an der Rheinallee in Mainz sowie eine Dependance in der Nachbargemeinde Heidesheim betreibt. Neben der offenbar weitverbreiteten Rechenschwäche unter Jugendlichen fielen der Achtundvierzigjährigen bei den Schülern immer wieder Lücken im Englischen auf und Unsicherheiten, wie man sich in dieser oder jener Lage angemessen verhält. Etwa im Gespräch mit einem Vorgesetzten, dessen Namen einem entfallen sei, oder beim Betreten eines Raumes, in dem eine größere Gruppe am Tisch sitzt, die man möglichst mit einem Satz, aber jeden Einzelnen dennoch korrekt begrüßen möchte. Gerade die Etikette, also ein für das spätere Leben hilfreiches Verhaltensregelwerk, sei von Absolventen der privaten Wirtschaftsschule – meist mit etwas Abstand zur eigenen Schulzeit – als „wichtiges Rüstzeug“ genannt worden.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Um das und einiges mehr fortan spielerisch trainieren zu können, ist in Eigenregie die Steinhöfel-Quiz-App „#Bildungsliga“ entwickelt worden, die registrierten Teilnehmern von Montag an kostenfrei zur Verfügung stehen soll. Zielgruppe für die intern auch als „Wissen to go“ bezeichnete und vorab erprobte Applikation sind Neunt- und Zehntklässler. Für sie wurden mehr als 4000 Fragen in 14 Kategorien formuliert. Allerdings nicht nur jene, die an den beiden Steinhöfel-Standorten ausgebildet werden. Vielmehr sind alle Jungen und Mädchen dieser Altersgruppe, so sie in Mainz oder im Landkreis Mainz-Bingen wohnen, eingeladen, sich im Internet anzumelden und an den Wissensduellen zu beteiligen, die in Runde eins nun bis Ende Januar ausgefochten werden können.

          Nachhilfe per App

          Wie bei anderen Quiz-App-Varianten kann dabei wahlweise gegen vertraute, aber auch gegen unbekannte Gegner gespielt und gepunktet werden. Der spielerische Wettbewerb zwischen Schulen und Schülern der Region soll dafür sorgen, dass die Beteiligten auch ohne Notendruck bei der Sache bleiben, um sich auf der Rangliste einen möglichst guten Platz zu erobern. Regelmäßig können sich besonders erfolgreiche Smartphone- und Tablet-Nutzer zudem auf Preise freuen. Wobei es weniger um gesponserte Produkte als um außergewöhnliche Dienstleistungen für die Jugendlichen geht: also zum Beispiel die Chance, beim „Job-Shadowing“ einen Tag mit einem Firmenchef zu verbringen oder sich eine vierwöchige Whatsapp-Mathematik-Nachhilfe zu sichern.

          Der Einsatz moderner Medien gehört nach Ansicht der Veigels, die als Ehepaar seit August alleiniger Träger der staatlich anerkannten Schule sind, schon lange zum Konzept der auf Carl Friedrich Steinhöfel zurückgehenden Bildungseinrichtung. In Mainz und Heidesheim werden aktuell fast 350 junge Männer und Frauen aus etwa zehn Nationen unterrichtet. Sie können auf unterschiedlichen Wegen und gegen eine Gebühr von 100 bis zirka 350 Euro im Monat verschiedene Abschlüsse bis hin zur Hochschulreife machen. Laptop-Klassen sowie digitale Tafeln und Beamer in den Unterrichtsräumen gehören dort schon lange zum Alltag. Allerdings müssen es sich die in der Regel 15 bis 22 Jahre alten Schüler gefallen lassen, dass ihre eigenen Kommunikationsmittel während der Schulstunde wegzulegen sind. Dafür gibt es Handy-Garagen an der Wand, die ein wenig an einen Adventskalender erinnern.

          Ansonsten aber dürfen und sollen die Geräte durchaus zum Lernen genutzt werden. Künftig erklärtermaßen auch, um eine Runde mit der Quiz-App zu spielen. Und so quasi nebenbei zu erfahren, um was genau es sich bei der Zauberflöte handelt und was das wiederum mit Wolfgang Amadeus Mozart zu tun hat.

          Weitere Informationen über die Aktion „#Bildungsliga“ finden sich im Internet unter der Adresse www.steinhoefelschule.de/bildungsliga.

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