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Aktie der Jost-Werke : Moderat bewertet mit Stützwinden nah am Rekordhoch

Kümmert sich um die Schnittstellen zwischen Lastwagen und Anhängern: Jost-Werke AG Bild: Jost GmbH

Der Lastwagen-Zulieferer Jost-Werke hat unlängst die Prognose angehoben. Zwar gibt es nach starkem Kursauftrieb nun leichten Gegenwind von Analysten. Doch die Aktie rangiert nur knapp unterhalb des Allzeithochs.

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          Auto-Aktien wie BMW und Daimler haben die Tiefen der Corona-Krise längst überwunden. Gleiches gilt für den Zulieferer Continental, der Tausende Arbeitsplätze auch in Deutschland abbauen will, nicht zuletzt im Rhein-Main-Gebiet. Die Marke mit dem Stern auf dem Kühlergrill steht sogar deutlich höher als Ende 2019 im Kurs, während Marktführer Volkswagen davon noch ein ordentliches Stück entfernt weilt. Doch wie sooft spielt die Musik angesichts der Kursentwicklung nicht im Dax, vielmehr geben Nebenwerte den Ton an: Neben SAF-Holland und dem Schlauchschellen-Hersteller Norma Group ragt Jost-Werke heraus.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Kurs von SAF-Holland, dem im S-Dax gelisteten Zulieferer für die globale Anhänger-, Auflieger-, Lastkraftwagen-, Sattelzugmaschinen-, Bus- und Wohnmobil-Industrie, hat sich seit dem Tief vom März mehr als verdreifacht. Nicht ganz so stark ist es mit dem ebenfalls international auftretenden Lastwagen-Zulieferer Jost-Werke AG aus Neu-Isenburg gegangen. Aber der Wert dieses S-Dax-Titels ist seit dem Frühjahr um mehr als 100 Prozent gestiegen. Vor allem aber rangiert der Kurs kaum unterhalb seines Allzeithochs.

          116 Prozent Kursplus seit März

          Mitte 2017 ging das Unternehmen an die Börse. Noch im selben Jahr markierte die Aktie ihr Allzeithoch von glatt 46 Euro. Zur Wochenmitte zahlen Anleger etwa 43,40 Euro je Anteilsschein, nachdem es im März auf dem Tiefpunkt nur knapp 20 Euro gewesen waren. Wer seinerzeit mutig gekauft hat, darf sich freuen. Das Kursplus beträgt 116 Prozent. Die Jost-Werke haben dabei auch von der allgemeinen kräftigen Erholung des Marktes profitiert, zumal sich der S-Dax besser entwickelt hat als der große Dax und von einem Rekord zum nächsten eilt. Doch daran liegt es nicht alleine. Denn die Hessen haben noch vor dem Jahreswechsel ihre Prognose angehoben.

          Anders als zuvor rechnet der Vorstand nun mit einem Umsatzwachstum um einen einstelligen Prozentsatz im Vergleich zu 2019. Die operative Marge dürfte mehr als 8,5 Prozent betragen. Das ist zwar schlechter als zuvor. Nur: Vor der Anhebung der Prognose hatte Jost mit einem Rückgang des Umsatzes gerechnet und mit einer Marge jenseits von sieben Prozent. Das Unternehmen verwies auf eine weltweite stetige Steigerung der Nachfrage nach Jost-Systemen für Lastwagen Anhänger und landwirtschaftliche Traktoren. Hergestellt werden Sattelkupplungen und Stützwinden, die den Angaben zufolge in etwa vier von fünf solcher Nutzfahrzeugen und dabei besonders in Lastwagen verbaut sind.

          Erholung seit dem Spätsommer

          Nach dem Kursauftrieb infolge der neuen Prognose haben zwei Analysehäuser die Daumen etwas gesenkt. JP Morgan und Stifel raten nun, Jost-Werke im Portfolio zu halten; zuvor hatten beide eine Kaufempfehlung ausgesprochen. JP Morgan sieht nicht mehr viel Kurspotential, billigt den Hessen aber gute Aussichten im Tagesgeschäft zu. Auch aus den Reihen nicht börsennotierter Mittelständler, die Zulieferer für Lastwagen-Hersteller sind, sind zuversichtliche Stimmen zu hören. Seit dem Spätsommer habe das Geschäft angezogen, die Auftragsbücher seien gut gefüllt, die Belegschaft arbeite teils auch am Wochenende, sagt ein Manager eines Unternehmens, dessen Name nichts zu Sache tut.

          Laut Jost-Internetseite hat JP Morgan das Kursziel bei 40 Euro gesteckt, was für einige andere Analysehäuser auch gilt, Stifel nennt 45 Euro. Manche Analysten sind zuversichtlicher. Hauck & Aufhäuser etwa sieht den Titel mit 49 Euro als gut bezahlt an, M.M. Warburg mit 52 Euro.

          Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 11 wirkt das Papier moderat bewertet, zumal das Kurs-Umsatz-Verhältnis unter 1 liegt. Die Dividendenrendite  gemessen an den Erwartungen der Analysten beträgt 1,8 Prozent.

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