https://www.faz.net/-gzg-11o02

Agenda 2014 : Energiepolitik mit Augenmaß

Es ist die Aufgabe der neuen Landesregierung genauso wie der alten, allen drei Aspekten in der Energiepolitik Rechnung zu tragen. Das sind neben der Umweltverträglichkeit noch die Versorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit.

          1 Min.

          Tiefer hängen – so lautet die erste Devise in der Energiepolitik. In den vergangenen eineinhalb Jahren entstand bisweilen der Eindruck, die Zukunft der Erde werde sich zwischen Bad Arolsen und Bensheim entscheiden. Das wird sie nicht, und so ist es die Aufgabe der neuen Landesregierung genauso wie der alten, allen drei Aspekten in der Energiepolitik Rechnung zu tragen, und das sind neben der Umweltverträglichkeit noch die Versorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Um das Letztere hat sich der bisherige Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) verdient gemacht, indem er tapfer gegen hohe Energiepreise kämpfte. Wenn sich die neue Landesregierung für die Erneuerung des Kohlekraftwerks in Großkrotzenburg einsetzt, trägt sie zur Versorgungssicherheit bei, denn sollte Deutschland tatsächlich nicht nur auf Kernkraft, sondern auch auf Kohle verzichten, würde es schlicht auf lange Zeit Strom importieren müssen – die erneuerbaren Energien können bis auf weiteres diese Lücke nicht schließen. Ob sich hingegen der Kampf für eine Verlängerung der Laufzeit von Biblis lohnt? Selbst wenn es nach der Bundestagswahl zu einem bürgerlichen Bündnis kommen sollte, wird ein Ausstieg aus dem Atomausstieg nur schwer durchzusetzen sein, und an neue Kraftwerke ist ohnehin nicht zu denken.

          Musterland für erneuerbare Energien

          Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss aber auch dann, wenn Kohlekraftwerke für eine Übergangszeit als unvermeidbar angesehen werden, vorangetrieben werden. Erst nach der verlorenen Landtagswahl 2008 hat der Ministerpräsident begriffen, wie populär dies längst ist, nicht zuletzt dank üppiger Subventionen. Die Blockade der CDU gegenüber der Windkraft muss ein Ende haben – wenn genügend Standorte für Windräder ausgewiesen sind, wird sich schon zeigen, ob sich Investoren finden. Hessen muss aber nicht gleich ein Musterland für erneuerbare Energien werden, wie es der Ministerpräsident unvermittelt 2008 gefordert hat. Auch für die Union gilt bei der Energiepolitik: tiefer hängen.

          Weitere Themen

          Enercon streicht bis zu 3000 Stellen

          Windenergie : Enercon streicht bis zu 3000 Stellen

          Die Windenergie steckt in Deutschland in einer Krise. Immer mehr Unternehmen müssen aufgrund einer schlechten Auftragslage Stellen abbauen. Der Branchenverband spricht von einem „letzten Weckruf“.

          Börsenglocke zum Geburtstag Video-Seite öffnen

          F.A.Z. wird 70 : Börsenglocke zum Geburtstag

          Nein, die F.A.Z. geht nicht an die Börse. Dass Werner D'Inka, seine Mit-Herausgeber und die Geschäftsführer die Eröffnungsglocke auf dem Frankfurter Parkett läuten durften, war ein Geschenk der Deutschen Börse zum 70. Geburtstag.

          Topmeldungen

          Rennen um SPD-Spitze : Das Duell der Ungleichen

          Scholz zieht den Säbel, Geywitz sekundiert: Ihre Gegner, Esken und Walter-Borjans, Lieblingskandidaten der Jusos, sehen im direkten Duell der SPD-Spitzenkandidaten blass aus. Ein Abend im Willy-Brandt-Haus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.