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AfD-Politikerin in Offenbach : Fraktionsführerin trotz Ausschlusses

Mehrfach durch rassistische Äußerungen aufgefallen: Kommunalpolitikerin Christin Thüne Bild: Christin Thüne

Wegen rassistischer Äußerungen wurde Christin Thüne aus der AfD ausgeschlossen. Dennoch führt die Kommunalpolitikerin weiterhin die Fraktion im Offenbacher Stadtparlament.

          Die Offenbacher Kommunalpolitikerin Christin Thüne ist zwar kein Mitglied der AfD mehr, weil die Partei sie ausgeschlossen hat, sie führt aber weiterhin die Fraktion der AfD im Offenbacher Stadtparlament. Die Fraktion bestätigte Thüne als Sprecherin und Hellmut Merrettig als deren Stellvertreter einstimmig. Die Partei hatte Thüne dem Vernehmen nach wegen rassistischer Äußerungen ausgeschlossen. Den Schritt hat das Bundesschiedsgericht der AfD bestätigt. Auch im Offenbacher Stadtparlament ist Thüne mehrfach durch Äußerungen aufgefallen, die Stadtverordnete anderer Parteien als rassistisch empört zurückgewiesen haben.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Thüne ist nur eines von Noch- oder ehemaligen Parteimitgliedern, die dem Landesvorstand um Robert Lambrou und Klaus Herrmann Kopfzerbrechen bereiten. Wie berichtet, haben am Montag Robert Rankl, Fraktionsvorsitzender der AfD-Fraktion im Kreis Offenbach, und der Neu-Isenburger Fraktionsvorsitzende Jürgen Berger massive Vorwürfe gegen den Landtagsabgeordneten Bernd Vohl und das Landesvorstandsmitglied Maximilian Müger erhoben wegen angeblich für private Zwecke verwendeter Fraktionsgelder. Rankl ist vom AfD-Landesvorstand in anderer Sache mit einer zweijährigen Ämtersperre belegt. Eine zweite, „schwerwiegendere“ Reaktion ist dem Vernehmen nach in Vorbereitung.

          Auf die Turbulenzen angesprochen, ist aus dem Vorstand des AfD-Landesverbands immer wieder zu hören, dass man entschieden und letztlich auch immer erfolgreich gegen satzungswidriges Verhalten vorgehe.

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