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AfD in Hessen : Lambrous Einfluss wächst

AfD in Hessen: Robert Lambrou wurde an die Spitze des Gründungsvorstandes gewählt. Bild: dpa

Wird der hessische AfD-Spitzenkandidat Rainer Rahn politisch kaltgestellt? Landessprecher Robert Lambrou dementiert. Doch vieles deutet darauf hin, dass die Landtagsfraktion im Umbruch ist.

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          „Rainer Rahn wird in der Landtagsfraktion der AfD eine bedeutende Rolle spielen.“ Mit diesen Worten hat Robert Lambrou, einer der beiden Sprecher des hessischen Landesverbandes, auf die Meldung reagiert, seine Partei habe Rainer Rahn, den Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl, „intern kaltgestellt“.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Lambrou bestätigt aber, dass nicht Rahn, sondern er selbst an die Spitze des Gründungsvorstandes gewählt wurde. Seine Stellvertreter sind die Abgeordneten Volker Richter aus Fuldabrück bei Kassel, Klaus Herrmann, ebenfalls Landessprecher und Abgeordneter aus der Wetterau, sowie Nikolaus Pethö, Polizeibeamter aus dem Landkreis Gießen. Parlamentarischer Geschäftsführer ist Frank Grobe aus Eltville.

          Arbeitsteilung der Spitzenkandidaten

          Lambrou betont, dass der Gründungsvorstand nur amtiere, solange die Fraktion sich noch nicht habe konstituieren können. Vorher müsse der neue Landtag zusammentreten. Dessen erste Sitzung ist für den 18. Januar vorgesehen.

          Die AfD hatte für die Landtagswahl einen Stimmenanteil von mehr als 15 Prozent als ihr Ziel ausgegeben. Sie blieb um knapp zwei Prozentpunkte darunter. Aufgrund von Ausgleichsmandaten zieht sie nun mit 19 Abgeordneten ins Parlament ein. Rahn hatte im Wahlkampf als Spitzenkandidat zwar an einigen Podiumsdiskussionen teilgenommen, war aber nicht immer präsent gewesen.

          Bald im Parlament: Robert Lambrou...

          Nach seiner Nominierung im April trat er monatelang nicht in Erscheinung. Die verabredete Arbeitsteilung sehe vor, dass Rahn als Spitzenkandidat die Kommunikation koordiniere, erklärte Lambrou Ende Juni. Am Mobiltelefon erklärte Rahn im Gespräch mit dieser Zeitung dann jedoch, dass er gegenwärtig Urlaub habe und keine Fragen beantworten werde. „Spitzenkandidat bin ich in vier Wochen auch noch.“ Aufsehen erregte der zweifach promovierte Mediziner auch, als er im Wahlkampf ein vom Hessischen Rundfunk organisiertes „Blind Date“ mit Bürgern kurz vor dem Zusammentreffen abbrach. Welche Rolle Rahn in seiner Landtagsfraktion spielen werde, sagt Lambrou nicht.

          Unklare Zukunft der Abgeordneten Walter

          Unklar ist auch die Zukunft der gewählten Abgeordneten Alexandra Walter. „Sie hat den Verdacht, die Urheberin einiger Kommentare auf Facebook zu sein, die auf ein fragwürdiges, einseitiges Geschichtsverständnis schließen lassen, trotz intensiver Nachfragen uns gegenüber bisher nicht nachvollziehbar ausgeräumt“, konstatierten die Landesvorsitzenden Klaus Herrmann und Robert Lambrou im November. Außerdem habe Walter es abgelehnt, ein klares Dementi zu den konkreten Vorwürfen abzugeben.

          und Rainer Rahn.

          Die Vierzigjährige aus Groß-Gerau hatte den Vorwurf, dass sie in sozialen Medien rechtsextremistisches Gedankengut vertreten habe, nicht so klar widerlegt, wie die Partei dies nach eigenem Bekunden erwartet hatte. Jedenfalls hieß es in der Mitteilung des Landesvorstands, dass Walters Verhalten geeignet sei, „das Ansehen der Partei stark zu beschädigen“. Auch in diesem Fall wurde allerdings darauf verwiesen, dass die Fraktion sich erst im Januar konstituiere.

          „Zwei waschechte Faschisten“

          Die Auffassung des hessische SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel, dass der AfD-Fraktion „zwei waschechte Faschisten“ angehörten, weist Lambrou zurück. „Das trifft nicht zu und ist eine Beleidigung.“ Der Ton sei unangemessen und entspreche nicht dem vernünftigen Umgang, wie man ihn pflegen solle. Die AfD lasse prüfen, inwieweit Schäfer-Gümbels Aussage strafrechtlich relevant sei.

          Angehörige des AfD-Nachwuchses Junge Alternative sahen sich in der „Frankfurter Rundschau“ dem Vorwurf ausgesetzt, ebenso wie der Abgeordnete Andreas Lichert der Identitären Bewegung sehr nahezustehen. Sie gilt als extrem fremdenfeindlich. Die Junge Alternative sei ein eigenständiger Verein und keine Unterorganisation der AfD, sagt Lambrou. Mit den Vorwürfen werde der Parteivorstand sich sehr bald befassen.

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