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AfD Frankfurt : Ein alter Bekannter auf Platz eins

Mitstreiter: AfD-Anhänger in Frankfurt im Bundestagswahlkampf 2013 Bild: Reuters

Die Frankfurter AfD zieht mit Rainer Rahn als Spitzenkandidat in den Kommunalwahlkampf. Der Mann hat Erfahrung gesammelt - in ziemlich vielen Lagern.

          Der Frankfurter Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) zieht mit dem langjährigen Stadtverordneten Rainer Rahn als Spitzenkandidat in den Kommunalwahlkampf. Das teilte der 63 Jahre alte ehemalige Zahnarzt, der auch stellvertretender AfD-Sprecher in Frankfurt ist, auf Anfrage mit. Rahn hatte seine Arbeit im Römer 2006 als Mitglied der Fraktion der Flughafenausbaugegner begonnen. Nach einem Intermezzo in der FDP-Fraktion gründete er im Herbst 2012 mit zwei anderen Stadtverordneten die „Römer“-Fraktion, deren Vorsitzender er ist.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eigentlich hatte Rahn nicht wieder für ein Stadtverordneten-Mandat antreten wollen. Auf die Frage, warum er es nun doch tue, antwortete er: „Es wird für eine neue Fraktion sehr schwer, wenn nicht jemand die Abläufe und Akteure im Rathaus kennt.“ Deshalb habe er sich abermals bereit erklärt zu kandidieren. Er halte es für „nicht ganz unrealistisch“, dass die AfD drei Sitze bekomme und dann eine Fraktion gründen könne. Die Liste der Partei für die Wahl am 6. März nächsten Jahres umfasst 31 Kandidaten. Im Römer gibt es 93 Stadtverordnete.

          Spitzenkraft: Rainer Rahn will mit der AfD in den Römer einziehen.

          Auf Platz zwei der Kommunalwahlliste tritt nach Rahns Worten der pensionierte Polizeibeamte Horst Reschke an. Auf den Plätzen drei bis sechs stehen der Student Jochen Prinz, die Rentnerin Hildegard Hübner, der frühere Wirtschaftsingenieur Hartmut Daubert und der IT-Fachmann Markus Fuchs.

          Nach Angaben des Kreisverbands wurde Fuchs außerdem von einer Mitgliederversammlung Ende September zum neuen Sprecher bestimmt. Die Versammlung war nicht öffentlich, die AfD hatte auch nicht über die Ergebnisse informiert. Fuchs äußerte nach seiner Wahl laut parteieigener Internetseite: „Viele hatten die AfD in Frankfurt schon abgeschrieben. Aber wir sind lebendiger denn je. Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

          Rahn sagte weiter, der Kreisverband erarbeite derzeit ein Wahlprogramm. Nach den Turbulenzen im Sommer, als große Teile der Führung des Kreisverbands infolge eines Richtungsstreits zwischen AfD-Mitgründer Bernd Lucke und der neuen Bundesvorsitzenden Frauke Petry die Partei verlassen hatten, brauche man noch Zeit. Voraussichtlich erst im Januar werde das Programm feststehen. Es müsse dann noch von einer Mitgliederversammlung beschlossen werden, erläuterte Rahn und fügte hinzu: „Die Flüchtlinge werden ein wichtiges Thema sein.“ Der Kreisverband mit derzeit zirka 200 Mitgliedern werde dafür werben, dass „Recht und Gesetz wieder eingehalten“ würden. Dazu zähle etwa der Hinweis, dass Flüchtlinge, die auf dem Landweg nach Deutschland kämen, automatisch ein sicheres Drittland durchquert haben müssten. Daher müssten sie dorthin zurückkehren.

          Unterdessen hat der ehemalige AfD-Sprecher Ralf Dedermann mitgeteilt, dass die neue Partei Bernd Luckes namens Alfa („Allianz für Fortschritt und Aufbruch“) am 7. November in Frankfurt den Landesverband Hessen gründen werde. Man wolle antreten „für Lösungen statt Durchwurschteln“. Anders als die AfD gehe es Alfa darum, die Realität wahrzunehmen und kein „Dauerträumen in Phantasiewelten“ zu betreiben. Dedermann, der in der Mitteilung als „Gründungsbeauftragter des Landesverbands“ genannt wird, sagte, dass Lucke an der Versammlung teilnehmen werde.

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