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Ärzte ohne Grenzen : „Was es jetzt braucht, ist die Freigabe der Patente“

Corona-Alltag: Die Pandemie hat die sowieso schon schwierige Arbeit von Ärzte ohne Grenzen zusätzlich erschwert. Bild: Ärzte ohne Grenzen

In einigen Ländern Afrikas liegt die Impfquote bei unter zwei Prozent – weil es an Corona-Impfstoffen fehlt. Parnian Parvanta, Vizepräsidentin der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, fordert deshalb die Aufhebung von Patenten.

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          Frau Parvanta, wann waren Sie zuletzt in Afrika?

          Othmara Glas
          Volontärin

          Ich war im April 2019 in der Elfenbeinküste. Das war mein letzter Einsatz vor Corona. Jetzt im Januar plane ich einen Einsatz in Jemen. Mit Ärzte ohne Grenzen sind wir in mehr als 70 Ländern tätig. Der Bedarf wurde durch Corona noch größer.

          Wie sieht die Corona-Lage vor Ort aus?

          Das ist schwer zu sagen. Gerade haben wir wieder steigende Zahlen in Uganda und in Südafrika. Das Problem ist, dass es in vielen Ländern an Testkapazitäten fehlt. Sogar in Kliniken ist es nur schwer möglich, sich testen zu lassen. Das heißt, wir haben gar keine Zahlen, um wirklich sagen zu können: Wie ist die Ausbreitung? Wie viele Menschen haben das Virus? Wie viele sterben an diesem Virus? Hinzu kommt, dass die Kliniken die Versorgung von Corona-Patienten teilweise nicht gewährleisten können. In vielen Kliniken ist eine Sauerstoffversorgung nicht möglich und es gibt nicht genug Intensivstationen.

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