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Zwei Ärzte angeklagt : Mädchen stirbt nach Pilzvergiftung

Angeklagt: Zwei Ärzte sollen ein Kind bei einer Pilzvergiftung falsch behandelt haben (Symbolbild). Bild: dpa

2018 ist ein kleines Mädchen an den Folgen einer Pilzvergiftung gestorben. Nun stehen zwei Mediziner vor Gericht, weil sie das Kind falsch behandelt haben sollen.

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          Weil sie für den Tod eines Mädchens verantwortlich sein sollen und noch drei weitere Familienmitglieder in Lebensgefahr gebracht haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Ärzte erhoben. Wie eine Sprecherin mitteilte, geht die Behörde von fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung aus. Der Hausarzt und die Anästhesie-Ärztin haben demnach im Jahr 2017 nicht alles medizinisch Gebotene unternommen, als der damals 49 Jahre alte Vater mit seinen drei Töchtern im Alter von fünf, zehn und zwölf Jahren zu ihnen kam, weil sie nach dem Verzehr selbst gesammelter Pilze unter Erbrechen und Durchfall litten.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Staatsanwaltschaft zufolge unterließ es der Hausarzt, die syrische Familie körperlich zu untersuchen, und verschrieb lediglich Medikamente. Als die Beschwerden im Lauf des Tages nicht besser wurden, wandte sich der Vater an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst auf dem Gelände der Uniklinik.

          Dort bestätigte die diensthabende Ärztin laut Staatsanwaltschaft nur die Diagnose des Hausarztes, wieder ohne Untersuchung. Am Folgetag wurden alle vier Familienmitglieder in Lebensgefahr schwebend in verschiedene Kliniken gebracht, wo Leber- und Nierenversagen diagnostiziert wurden.

          Die Leber der jüngsten Tochter war so stark geschädigt, dass sie eine Transplantation brauchte. Die Operation verlief zunächst erfolgreich, doch nach einer weiteren Transplantation im Mai 2018 starb das Mädchen im Alter von sechs Jahren. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, „dass bei Ergreifen der ärztlicherseits gebotenen Maßnahmen zu einem deutlich früheren Zeitpunkt“ solche dramatischen Folgen hätten verhindert werden können. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

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