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Ärger über E-Scooter : Frankfurter Gehwege werden zum Hindernisparcours

Alltagschaos: E-Roller auf dem Gehsteig am Kaisersack. Bild: Wonge Bergmann

Auf Frankfurter Straßen sind rund 6500 E-Scooter in Betrieb. Über das ungeregelte Abstellen der Leihroller ärgert sich nicht nur die Verkehrspolizei.

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          Wenn man Rainer Michaelis auf elektrische Leihroller anspricht, schnaubt der Chef der städtischen Verkehrspolizei erst einmal. „Richtig persönlich ärgerlich“ findet er es, dass die E-Scooter irgendwo abgestellt werden können und damit an vielen Stellen die Gehwege in Teilen, mitunter sogar insgesamt blockieren. Denn die Roller stehen selten aufgereiht am Rand von Bürgersteigen, Plätzen oder Straßen, vielmehr liegen sie meist kreuz und quer und behindern damit Fußgänger und Radfahrer.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Wir gehen davon aus, dass mittlerweile mehr als 6500 Roller in der Stadt stehen und auf Kundschaft warten“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Vier Anbieter gibt es inzwischen, die miteinander konkurrieren; zwischenzeitlich waren es sogar fünf. Seit Mitte 2019 sind die elektrischen Roller in Deutschland zugelassen und seitdem auch in Frankfurt zu haben. Die Anbieter benötigen keine Genehmigung von der Stadt.

          Ob es immer der Wind ist, der die Roller umwirft, daran hat Michaelis Zweifel. Nach seiner Beobachtung wirft mancher Nutzer den Roller einfach schnell auf den Boden oder gegen ein Geländer, wenn er absteigt. „Stellen Sie sich vor, ich habe einen sogar schon unten auf einem U-Bahn-Bahnsteig stehen sehen“, sagt er. Vor allem rund um den Hauptbahnhof sind Unzählige zu finden, die kreuz und quer herumliegen. Wobei man nicht ausschließen kann, dass Passanten sie umgeworfen haben, weil sie sich über die wild abgestellten Fahrzeuge ärgern. „Wir können nichts gegen die herumliegenden Roller tun“, sagt Michaelis, „keine Knöllchen, einfach nichts“, und das ärgert ihn am meisten. Die Fahrzeuge haben zwar ein Versicherungskennzeichen, doch es koste zu viel Zeit und Mühe, den Fahrer zu ermitteln.

          Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe diese Form der neuen Mobilität genehmigt, aber den Kommunen nicht die Möglichkeit eingeräumt, mit Hilfe einer Satzung den Gebrauch und das Abstellen zu regulieren, sagt Oesterling. Ginge es nach ihm, gäbe es Stationen wie in Paris für Leihfahrräder, in die man die Roller nach dem Gebrauch einstellen müsste. „Dann sieht das auch sauber aus.“ Solange der Bund nichts unternehme, könne Frankfurt nichts machen.

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