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Abriss der Oberfinanzdirektion : Die Giraffe „Carla“ mag Beton

Giraffe „Carla“ ist hungrig: Der 42 Meter lange Abrissbagger knabbert sich durch die Oberfinanzdirektion an der Frankfurter Adickesallee. Bild: dpa

An der Frankfurter Adickesallee wird die alte Oberfinanzdirektion abgerissen. Dazu ist „Carla“ angerückt, ein 42 Meter langer Abrissbagger im Giraffenmuster.

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          Weißer Staub rieselt auf ihren schwarzen Pullover, aber die Passantin ist trotzdem ganz begeistert. „Das ist wirklich irre“, sagt sie und fotografiert den Abrissbagger, der sich langsam durch die Wände der alten Oberfinanzdirektion im Nordend beißt. 42 Meter lang ist der Ausleger, den das Abrissunternehmen Chantré mit einem Giraffenmuster bedruckt und „Carla“ getauft hat. Carla ist durstig. Sie trinkt 800 bis 1000 Liter Diesel am Tag.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Schar der Neugierigen, die Hessens größten Abbruchbagger im Einsatz sehen wollen, ist erstaunlich groß. „Manche kommen sogar aus Holland“, sagt Alexander Chantré, der das Gerät neu erworben hat. Die 135 Tonnen schwere Maschine streikt noch manchmal. „Die ersten eineinhalb Wochen werden die Monteure von Liebherr daneben stehen.“ Eine Webcam überträgt zudem live Bilder, mit denen sich der Abriss in Echtzeit verfolgen lässt.

          Giftiger Teerkleber wurde abgefangen

          Neben dem Gebäude, das dem Neubau der Frankfurt School of Finance and Management weicht, liegt bisher nur ein kleiner Trümmerhaufen. Bis zum Jahresende wird er noch anwachsen, dann soll der Abriss beendet sein. Ein Mitarbeiter sprüht Wasser auf die Wand, durch die sich der Bagger beißt. Er trägt einen Mundschutz gegen den Staub. Die Schadstoffe sind allerdings schon draußen. Ferngesteuerte Roboter haben die mit einem giftigen Teerkleber befestigten Kacheln an der Fassade abgeschält und aufgefangen. Weil das denkmalgeschützte Gebäude nicht zu sanieren war, errichtet die Frankfurt School einen Neubau, der zum Wintersemester 2017/2018 in Betrieb gehen soll. Nach dem Abriss soll im ersten Quartal 2015 der Neubau beginnen. Der Bauantrag ist schon eingereicht. „Es muss jetzt zügig weitergehen“, sagt die Sprecherin der Hochschule. Der Präsidialbau bleibt erhalten, eine geschützte Tankstelle hinter dem Gebäude wird versetzt.

          Nach dem Umzug wird der alte Sitz im Ostend frei. Was mit dem Gebäude geschieht, ist noch nicht entschieden. Möglicherweise wird das Gebäude aber weiterhin als Bildungsstätte genutzt. Die Hochschule führe Gespräche mit dem Stadtschulamt, sagt die Sprecherin.

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