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Abitur in Hessen : Lasst die Schüler in Ruhe lernen!

Bei den Abiturprüfungen gilt es auch in diesem Jahr Abstand zu halten und Masken zu tragen. Bild: dpa

Der Vorschlag, die Abiturprüfungen wegen Corona notfalls ausfallen zu lassen, kommt zur Unzeit. Schließlich sind die Schüler mitten in den stressigen Vorbereitung.

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          Seit Wochen lernen die Abiturienten für ihre Prüfungen. Das ist stressig, schließlich geht es um den Abschluss nach dreizehn Jahren Schule. Für viele ist auch die Note wichtig, weil sie sich um einen bestimmten Studienplatz bewerben wollen. Jeder einzelne Schüler hat sich längst die Klausurtermine seiner Leistungs- und Grundkurse in den Kalender eingetragen. Die Abiturienten wissen auch, wie genau alles an den Prüfungstagen ablaufen soll. Vor der großen Prüfung steht eine kleine, aber entscheidende an: der Corona-Selbsttest. Ist der bestanden, verteilen sich die Prüflinge wegen der Abstandsregeln auf mehr Räume als sonst. Kaum noch erwähnenswert, dass sie beim Schreiben eine Maske tragen müssen.

          Anstrengende Vorbereitung

          Auch die Vorbereitung auf das Abitur war anstrengender als sonst. Zwar gab es für die Abiturienten auch im Lockdown Präsenzunterricht, aber die Kurse saßen auf zwei Zimmer verteilt. Die Lehrer mussten hin- und hereilen, konnten so weniger erklären. Der Druck beim Abi 2021 ist noch höher als für normale Jahrgänge. So ging es auch schon den Abiturienten 2020. Die mussten sogar vor den Osterferien schreiben, hatten trotz der ersten Pandemiewelle weniger Vorbereitungszeit als der Jahrgang 2021 in der nahenden dritten. Das Schlimmste war auch damals die Unsicherheit: Wird alles im letzten Moment abgesagt?

          Angespannte Situation

          In Hessen beginnen die Prüfungen in gut zwei Wochen. Die Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, bei steigenden Infektionszahlen von Prüfungen abzusehen, ist so kurz vor dem Termin unverantwortlich. Sie missachtet auch die ohnehin angespannte Situation der Abiturienten. Denen hilft es auch nicht viel, dass Politiker und Verbände den Vorschlag sofort zurückgewiesen haben: Die Pandemie hat Schüler gelehrt, dass aus unwahrscheinlich klingenden Szenarien oft plötzlich neue Regeln für den Schulalltag werden.

          Für die Abiturienten geht es bald um noch mehr: um ihr weiteres Leben, Wünsche, Ziele und Träume, für die der Abschluss entscheidend sein kann. 2020 ist es geglückt, ein Notabitur zu vermeiden. Auch die jetzigen Abiturienten müssen die Chance haben, in Prüfungen Leistung zu zeigen. Die Schulen sind bereit; auch im strengen Lockdown könnte ein Abi geschrieben werden, das den Namen verdient. Bis dahin muss gelten: Lasst die Schüler jetzt einfach noch zwei Wochen lang in Ruhe dafür lernen.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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