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Gefahr durch Blindgänger : Abermals Waldbrände in der Nähe des Frankfurter Flughafens

Holzkohle: Die Waldbrandgefahr bleibt in Rhein-Main hoch Bild: Helmut Fricke

Ob unweit des Frankfurter Flughafens oder in Darmstadt, Offenbach oder Bad Nauheim: Die Böden sind ausgetrocknet, die Waldbrandgefahr bleibt hoch. Bei Mörfelden kämpften Feuerwehrleute noch mit etwas anderem.

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          Die Gefahr von Waldbränden ist weiter hoch. Der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigte am Montag für den heutigen Dienstag noch mehrere Gebiete mit mittlerer bis hoher Waldbrandgefahr an. Das gilt auch für das Areal rund um den Flughafen. Nach dem Brand eines Waldstücks bei Mörfelden-Walldorf mit anschließender Explosion eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg gilt dort weiter Warnstufe 4, wie auch in Darmstadt, Offenbach und Bad Nauheim. Die Stadt Frankfurt gab für den Stadtwald sogar als lokales Gebiet die Warnstufe 5 heraus und appellierte an Spaziergänger, keine Müllreste wie etwa Glasflaschen im Wald liegenzulassen, die das trockene Pflanzenmaterial entzünden könnten. Auch herrsche absolutes Rauchverbot.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Bis tief in die Nacht waren rund 350 Feuerwehrleute, Polizisten und weitere Helfer am Sonntag im Einsatz gewesen, um den Großbrand auf der 2,5 Hektar großen Fläche in der Nähe des Frankfurter Flughafens zu bekämpfen. Die Rauchwolke und der starke Geruch war noch viele Kilometer entfernt wahrzunehmen. Und auch tags darauf mussten nach Angaben des Brandinspektors des Kreises Groß-Gerau, Friedrich Schmidt, mehrere Trupps bei Mörfelden-Walldorf immer wieder Glutnestern in dem Waldstück löschen, damit die Flammen nicht abermals aufloderten. Die Einsatzkräfte waren gegen 16.15 Uhr von Anwohnern gerufen worden. Bei wechselnden Winden und einer böigen Gewitterlage am Abend habe man sich einer „Kombination aus Bodenfeuer und Wipfelbrand“ gegenübergesehen, sagte Schmidt. Gegen 23.30 Uhr sei es schließlich zu einer starken Detonation mitten in Wald gekommen, mit gleißendem Licht und einer Druckwelle, die noch in einer Entfernung von mehr als 150 Meter wahrzunehmen gewesen sei. Im Nachgang gab es zwei weitere Brände (siehe Kasten).

          Auf ausgewiesene Waldwege zurückgezogen

          Fachleute gehen davon aus, dass es sich um einen im Erdreich liegenden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelte, weshalb sich die Einsatzkräfte in Absprache mit dem Kampfmittelräumdienst auf ausgewiesene Waldwege zurückzogen. Die Bekämpfung des Feuers, das sich auf einzelne Häuser und einen Campingplatz zu bewegte, bezeichnet Schmidt als Gemeinschaftswerk, an dem sich mehrere Wehren, darunter auch aus Frankfurt, beteiligten. Der Betrieb am Flughafen wurde laut Flugsicherung durch das Feuer nicht beeinträchtigt.

          Zur Brandursache gab es am Montag noch keine Erkenntnisse; und auch nicht darüber, was genau im Wald explodiert ist. Das Areal sei inzwischen abgesperrt, erklärte auf Anfrage Thomas Rech, der beim Regierungspräsidium Darmstadt für die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes zuständig ist. Es sei derzeit lebensgefährlich, sich auf der verkohlten Fläche zu bewegen. Sobald die letzten Glutnester erloschen seien, müsse mit Hessen-Forst als Besitzerin über das weitere Vorgehen gesprochen werden. Selbst wenn es aufwendig sei, müsse das betroffene Areal in Flughafennähe, wo sich dereinst ja Flakstellungen befanden, nun vermutlich ganz genau auf Altlasten im Boden untersucht werden.

          Regen sofort verpufft

          Unabhängig davon sorgen Hitze und Trockenheit weiter für erhöhte Waldbrandgefahr. Wie genau sie sich in den nächsten Tagen entwickeln wird, muss von Tag zu Tag neu bestimmt werden, sagt Andreas Brömser, agrarmeteorologischer Berater des Deutschen Wetterdienstes. Der Gefahrenindex gebe immer nur an, „wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Brandes ist“. Diese Tendenz werde aus der Lufttemperatur, Bodenfeuchte, relative Luftfeuchtigkeit, Strahlungsintensität, der Windgeschwindigkeit und möglichen anstehenden Niederschlägen berechnet.

          Daran orientiert sich auch Tina Baumann, die Leiterin der Abteilung Stadtforst im Frankfurter Grünflächenamt. „Das, was wir in den vergangenen Tagen, oft nur lokal, an Niederschlägen hatten, war nicht der Rede wert“, sagt sie. „Das ist sofort verpufft. Um die Waldbrandgefahr zu minimieren, bräuchten wir einen länger andauernden flächendeckenden Regen. Schauer, die auch mal zwei, drei Stunden anhalten.“ Baumann sagt, es gebe noch immer Spaziergänger, die sich nicht an die Regeln hielten. Dabei könne eine einzige Glasscherbe, vor allem aber eine weggeworfene Zigarette ausreichen, um in diesen trockenen Zeiten ein Feuer zu entfachen. Man stehe deshalb in enger Kooperation mit der Feuerwehr.

          Dort heißt es, Waldbrände seien im Vergleich zum sonstigen Einsatzgeschehen eher selten. Aber wenn es im Wald brennt, stelle jedes Feuer eine Herausforderung dar. Allein die Wasserversorgung falle schwerer als in der Stadt, sagt Brandrat Uwe Augat. Im schlimmsten Fall müsse ein Schlauch von bis zu zwei Kilometer gelegt oder ein Pendelverkehr mit Löschfahrzeugen eingerichtet werden. Auch der Hubschrauber helfe dann – mit Wasser aus der Luft.

          Weitere Feuer nach Explosion bei Waldbrand am Frankfurter Flughafen

          Nach einem Waldbrand am Frankfurter Flughafen ist es am Brandort zu zwei weiteren Feuern gekommen. Wie eine Sprecherin der Polizei am Dienstag mitteilte, musste die Feuerwehr am Montagvormittag und am Abend erneut ausrücken. Das letzte Feuer sei um kurz vor Mitternacht gelöscht worden. Die Feuerwehr sei noch mit einer Brandwache vor Ort.

          Bei dem Waldbrand war es in der Nacht zum Montag zu einer Explosion gekommen. Während der laufenden Löscharbeiten zwischen Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau) und dem Airport hatte es gegen 1.30 Uhr die Detonation gegeben. Der Polizei zufolge stand auch am Dienstag keine genaue Ursache dafür fest. Möglicherweise handele es sich um einen Blindgänger aus dem Weltkrieg, hatte ein Sprecher der Polizei gesagt. Die Brandursache war zunächst unklar.

          Den Angaben zufolge war bei dem Waldbrand eine Fläche von rund zweieinhalb Hektar betroffen. Trotz starker Rauchentwicklung habe das Feuer jedoch wegen der Windrichtung keine Auswirkungen auf den Flugverkehr gehabt, hieß es. Die Bewohner von Häusern an einer Straße am Wald hatten die Gebäude zeitweise verlassen müssen, ebenso die Gäste eines Campingplatzes und Besitzer von Gartenlauben. (dpa)

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