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Neuer Mobilfunkstandard : In Echtzeit spielen mit 5G

Alle auf einmal: Mit 5G können sich zehnmal mehr Konzertbesucher gleichzeitig ins Netz einwählen als mit 4G. Bild: Victor Hedwig

Der Telekomkonzern Vodafone hat in Frankfurt das erste reine 5G-Netz Deutschlands in Betrieb genommen. Was nutzt es Privatkunden – und was benötigen sie dafür?

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          Als Markus Weidner den Downloadtest startet, ist er zunächst ein wenig enttäuscht. Da ist der Redakteur des Fachportals Teltarif extra nach Frankfurt-Sossenheim gefahren – dort hat Vodafone einen der allerersten Sendemasten in Deutschland für reines 5G, die neue, fünfte Generation des Mobilfunkstandards, aufgestellt. Doch sein Downloadtest zeigt kaum Verbesserung im Vergleich zur bisherigen Technik, ebenso wenig das Hochladen von Daten. Immerhin, die sogenannte Latenzzeit ist zwei Drittel schneller, sie zeigt an, wie lange Daten zwischen Sender und Empfängerstation hin- und herlaufen. „Hier liegt demnach die große Verbesserung“, sagt Weidner. „Für normale Menschen ist das aber eher uninteressant.“ Zumal man über das eigenständige 5G-Netz noch nicht einmal ein Telefongespräch führen könne, dafür wechsele das Smartphone automatisch in den bisherigen Standard, meist 4G oder LTE genannt.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seit Mitte April können Frankfurter das erste reine 5G-Netz in Deutschland nutzen. Rund 150 Antennen hat Vodafone dafür in der gesamten Stadt aufgebaut. „Willkommen in der Echtzeit“ und „Bye Bye Stützräder“ bewirbt der Konzern die Deutschland-Premiere. Datenübertragungen von bis zu einem Gigabit pro Sekunde seien mit dem neuen Standard möglich, das wäre zehn- bis 20-mal schneller als die meisten privaten DSL-Anschlüsse. Und der Datenaustausch könne wegen der geringen Latenzzeit fortan „in Echtzeit“ geschehen. Die Anbieter wittern das große Geschäft, immerhin waren ihnen allein die 5G-Frequenzen bei der Versteigerung durch den Bund alles in allem 6,6 Milliarden Euro wert.

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