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Generalüberholung : 45 neue Geschäfte im Nordwestzentrum

Schöner shoppen: So soll es im Nordwestzentrum bald aussehen Bild: Simulation Nordwestzentrum

Das Frankfurter Einkaufszentrum nutzt freiwerdende Flächen für eine Erweiterung und unterzieht sich einer Generalüberholung. Mehrere Läden reduzieren ihre Verkaufsflächen.

          Frankfurt. In den nächsten beiden Jahren wird es ungemütlich im Nordwestzentrum. Das Einkaufszentrum in der Nordweststadt, das im nächsten Jahr sein fünfzigjähriges Bestehen feiert, wird umfassend modernisiert und erweitert. Die Bauarbeiten laufen bereits, gestern wurden die Pläne, die im Februar genehmigt wurden, öffentlich vorgestellt.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Alles in allem sollen im Unter- und Erdgeschoss etwa 45 neue Geschäfte mit Flächen zwischen 50 und 5000 Quadratmetern entstehen. Dafür nutzt das Einkaufszentrum zum einen die Flächen, die durch den Auszug der Feuerwache und des Polizeireviers 14 frei werden. Zudem werden bestehende Geschäfte - etwa die Buchhandlung Thalia und die Parfümerie Douglas - ihre Flächen deutlich verkleinern und so Platz machen für zwei bis drei weitere Mieter. Nach den Plänen des Frankfurter Architekturbüros ATP kommen nur knapp 4000 Quadratmeter neue Verkaufsfläche zu den bestehenden 90000 hinzu.

          Rewe verkleinert sich deutlich

          Auch das bisherige Rewe-Center (früher Toom) folgt dem Verkleinerungs-Beispiel. Der Supermarkt reduziert seine Verkaufsfläche um zwei Drittel auf 2700 Quadratmeter und verkauft künftig nur noch auf einer Etage statt auf drei Etagen - mit dem Schwerpunkt auf frischen Artikeln, wie frischem Fleisch und Fisch.

          In der Nachbarschaft zu Rewe im Untergeschoss, wo es fortan einen Rundgang geben wird, sind weitere Geschäfte für die Nahversorgung vorgesehen, darunter ein Lebensmittel-Discounter und ein Bio-Markt. Die Flächen in der Erdgeschoss-Etage darüber sind hauptsächlich für Textilunternehmen reserviert. Namen wollte Center-Manager Georg Lackner gestern mit Rücksicht auf die künftigen Mieter nicht verraten. Es gilt aber wohl als sicher, dass die spanische Kette Zara erstmals eine Filiale im Nordwestzentrum eröffnen wird, ebenso die Drogerie Müller und die Einrichtungskette Depot. Erwartet werden einige hundert neue Arbeitsplätze.

          In dem Schritt hin zu mehr und kleineren Geschäften sieht Center-Manager Lackner auch eine Antwort auf den wachsenden Online-Handel. Die Frequenz im Center sei aber über die Jahre stabil mit durchschnittlich 45 000 Besuchern am Tag, in der Spitze auch mal 65 000. Anders als in anderen Einkaufszentren gebe es im Nordwestzentrum keinen Leerstand. „Wir sind voll ausgebucht und müssen jetzt jonglieren, wie wir Flächen zwischennutzen können“, so Lackner. Mit der Erweiterung einher geht eine umfassende Sanierung und Modernisierung des in die Jahre gekommenen Einkaufszentrums. Dabei geht es auch um statische Verbesserungen. Insgesamt nimmt der Eigentümer, der Frankfurter Immobilienkaufmann Josef Buchmann, zwischen 50 und 60 Millionen Euro für die Generalüberholung des Einkaufszentrums in die Hand, das 1968 als Stadtteilzentrum eröffnet wurde - mit Bürgeramt, Arztpraxen, Wohnungen, Stadtbücherei, Hotel und Titus-Therme. In Kooperation mit dem von Michael Paris initiierten Verein Abenteuer Spielplatz Riederwald möchte Buchmann Räume im Keller der Therme für Kinder-Veranstaltungen wie Geburtstage einrichten.

          „Das Nordwestzentrum war immer auch eine Begegnungsstätte und keine reine Einkaufsmaschine“, sagte Architekt Rolf Bambach gestern bei der Vorstellung der Pläne. „Im Grunde ist es ein Stück Stadt, das wir umbauen.“ Er sprach von einer zeitlosen, klassischen Architektur. „Das wird kein Mickymaus und kein Schischi.“ Neue Glasfronten in der Fassade sollen das Center freundlicher machen, größere Schaufensterfronten die Mall beleben. Auch das Erdgeschoss soll Tageslicht bekommen. Dazu werden Löcher in die Decke des Erdgeschosses geschnitten. Tageslicht von oben bekommt auch der Busbahnhof, der effizienter und behindertengerechter organisiert werden soll.

          Während das Nordwestzentrum Fakten schafft, muss am anderen Ende der Stadt, in Enkheim, das Hessen-Center um seine Pläne zittern. Wie berichtet, möchte der Betreiber ECE die bestehende Verkaufsfläche um knapp ein Drittel (14 000 Quadratmeter) erweitern. Dagegen haben die Nachbarkommunen und die Stadt Hanau Protest eingelegt. Das Vorhaben verstößt gegen das regionale Einzelhandelskonzept, weshalb die Stadt Frankfurt ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren vom geltenden Regionalplan beim Regierungspräsidium in Darmstadt beantragen muss. Dort hieß es gestern, man warte noch auf Unterlagen von der Stadt.

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