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400.000 Euro Kosten : Bad Nauheimer Synagoge wird erneuert

  • -Aktualisiert am

Synagogensaal: In dem Raum sollen auch während der Sanierungsarbeiten Gottesdienste gefeiert werden. Bild: Eilmes, Wolfgang

Die Sanierungsarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude, das Ende der zwanziger Jahre im Bauhausstil errichtet wurde, sollen rund 400.000 Euro kosten.

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          Das Dach und die Fassade der Bad Nauheimer Synagoge werden in den nächsten Monaten für 400.000 Euro saniert. Die Innenräume waren schon vor einigen Jahren erneuert worden. Die Bauarbeiten in diesem Jahr konzentrieren sich auf den Längsbau, in dem sich auch der eigentliche Synagogenraum befindet, der weiterhin für religiöse Zwecke genutzt werden kann. Im nächsten Jahr folgt dann die Wiederherstellung der Eingangsfassade mit dem gestalterisch angefügten Balkon und dem Pultdach aus Zink. Die Jüdische Gemeinde soll außerdem wieder eine funktionierende Mikwe bekommen. Dazu werden Installationen und Wandfliesen aus den sechziger Jahren ausgetauscht. Vorrangig soll das Ritualbad gemäß den religiösen Vorschriften so eingerichtet werden, dass es von einem Rabbiner wieder als koscher eingestuft werden kann.

          Ein Teil des denkmalgeschützten Gebäudes, das zwischen 1927 und 1929 im Bauhausstil errichtet und nach Angaben von Monik Mlynarski, dem langjährigen Vorsitzenden der Gemeinde, in der Zeit des Nationalsozialismus äußerlich nicht zerstört wurde, ist schon eingerüstet. Arbeiter haben damit begonnen, die mehr als 80 Jahre alten Schieferschindeln des Daches, die noch aus der Bauzeit der Synagoge stammen, zu entfernen. Nach Angaben von Gustav Jung und Barbara Heusinger vom Bad Nauheimer Büro Denkmalkonzept werden auch kleinere Schäden an der Dachkonstruktion repariert, die in den vergangenen Jahrzehnten durch Undichtigkeiten etwa an den Dachfenstern und am Schornstein entstanden sind. Zimmerleute und Dachdecker müssten äußerst vorsichtig zu Werke gehen, weil die Gewölbedecke des Synagogenraums als Putzschale mit der Dachkonstruktion verbunden sei.

          Neue Beläge und Handläufe

          Nach der Erneuerung des Daches beginnt die eigentliche Sanierung der Fassade. Dabei soll möglichst die ursprüngliche Farbgestaltung, die noch von einem Restaurator festgestellt werden muss, wiederhergestellt werden. Damit soll auch der besondere architektonische Charakter des Sakralbaus wieder besser zur Geltung kommen. Dieser spiegele sehr stark das Selbstverständnis und die selbstbewusste Ausrichtung der Jüdischen Gemeinde in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wider, sagten Jung und Heusinger. Auch sei geplant, die Eingangstreppe zu erneuern. Sie erhält neue Beläge und Handläufe, die den schlichten Bauhausstil des Eingangskubus stärken sollen.

          Für die Arbeiten werden in diesem und im nächsten Jahr jeweils 200.000 Euro benötigt. Nach Angaben des früheren Bad Nauheimer Bürgermeisters Bernd Rohde (CDU), der als Projektbevollmächtigter der Gemeinde fungiert, wurden bislang rund 300.000 Euro an Fördergeldern zugesagt. Die Stadt Bad Nauheim stellt 6.5000 Euro zur Verfügung, das Landesamt für Denkmalpflege 60.000 Euro und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und Lotto Hessen 50.000 Euro. Die Sanierung unterstützen auch der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen, die Städte Friedberg und Butzbach, zwei Sparkassen-Stiftungen, die Ovag, die Pitzer-Stiftung und der Wetteraukreis.

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