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350 offene Stellen : Heraeus feiert Rekorde und stellt ein

Traditionell innovativ: Der Hanauer Heraeus-Konzern behauptet sich weltweit erfolgreich durch Expertise. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Heraeus hat 2011 so viel umgesetzt und verdient wie niemals zuvor. Die Zahl der Mitarbeiter liegt erstmals über der Marke von 13.000. Gleichwohl sind noch 350 Stellen im Inland offen.

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          Der Hanauer Technologie- und Edelmetallkonzern Heraeus hat aufgrund des zuletzt erreichten strammen Wachstums noch großen Nachholbedarf beim Personal - obwohl im vergangenen Jahr die Belegschaft etwa am Stammsitz oder dem benachbarten Kleinostheim um einige hundert Mitarbeiter aufgestockt hat.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Deutschland hat Heraeus nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Frank Heinricht derzeit 350 Stellen frei. Von Fachkräftemangel möchte er aber im Gegensatz zu anderen Unternehmen aus der heimischen Industrie nicht sprechen. „Das Thema schlägt uns noch nicht so durch, denn wir bilden unsere Fachkräfte selbst aus“, hob Heinricht hervor. Den Anteil der Auszubildenden an der Gesamtbelegschaft bezifferte er gestern während der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt auf 6,5 Prozent.

          Intra-Oral-Scanner als neue Innovation

          Wie weiter zu erfahren kletterte die Zahl der Mitarbeiter in Hanau 2011 bis Ende Dezember von 3281 auf 3550; derzeit zählt Heraeus dort 3600 Kräfte. In Kleinostheim legte der Konzern von 656 auf 699 Beschäftigte zu. Hinzu kommen 270 in Wehrheim und elf in Usingen, wo Heraeus eine kleine Produktionseinheit der Dental-Tochter Kulzer unterhält.

          Aus dieser Geschäftseinheit kommt auch eine Innovation, mit der Heraeus bei Zahnärzten punkten möchte: ein sogenannter Intra-Oral-Scanner. Dieses Gerät fährt, wie Heinricht erläuterte, die Zahnreihen und deren Umfeld ab und misst sie ab. Auf diese Weise würden die üblichen Abdrücke mit weichen Massen überflüssig, um die notwendigen Werte für Kronen oder Inlays zu bekommen.

          Je um ein Fünftel gesteigert

          Kulzer habe schon einige Geräte dieser Art verkauft und hofft auf weitere Vertriebserfolge. „Das ist eine echte Innovation auf diesem Markt“, pries der Vorstandschef die Entwicklung. Mit neuen Produkten drängen die Hanauer auch im Quarzglas-Segment auf den Markt. Sie liefern bisher laut Heinricht etwa jede vierte Glasfaser auf der Welt für Telekommunikations-Anwendungen, von denen auch der normale Verbraucher profitiert - etwa beim Surfen im Internet. Denn Glasfasern sind der Stoff, aus dem das schnelle Internet gemacht wird.

          2011 werden Chefetage, Eigentümer und Mitarbeiter von Heraeus als das Fünftel-Jahr in Erinnerung behalten können. Denn ob Umsatz, Ergebnis vor Zinsen und Steuern oder Jahresüberschuss: In jedem Fall hat der Familienkonzern zuletzt seine wesentlichen Geschäftszahlen binnen Jahresfrist um rund ein Fünftel auf neue Rekordhöhen gesteigert. Gleiches gilt für das Plus im Handel mit Edelmetallen. Besonders beeindruckend nimmt sich der Höhenflug im Vergleich zum Rezessionsjahr 2009 aus: Im vergangenen Jahr erlöste Heraeus mit Industrieprodukten aus Edelmetallen, mit Glasfasern, Spezial-Lichtquellen oder auch Erzeugnissen für Zahntechniklabors gut 80 Prozent mehr als seinerzeit, und der Gewinn lag unter dem Strich zuletzt sogar um 160 Prozent höher.

          55 Prozent des Umsatzes in Asien erzielt

          Wie Vorstandchef Frank Heinricht und Finanzvorstand Jan Rinnert gestern weiter berichteten, investiert Heraeus nicht zuletzt am Stammsitz in Hanau auch dieses Jahr in neue Produkte. Auch hat der Konzern seit Januar schon zwei Firmen übernommen. Zudem bezeichnete Heinricht das erste Quartal als „gut gelungen“. Aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Gesamtlage peilt der Vorstand aber kein weiteres Wachstum an. Er will vielmehr den Umsatz wie das Ergebnis auf der jeweils erreichten Höhe sichern. Im Einzelnen steigerte der Konzern den Umsatz auf 4,8 Milliarden Euro, wobei Heraeus 55 Prozent davon in Asien erzielte und 16 Prozent in Deutschland.

          Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 489 Millionen Euro und den Überschuß auf 315 Millionen Euro. Der Barmittelzufluss aus dem Tagesgeschäft stieg um mehr als 100 Prozent auf 194 Millionen Euro. Und: Im Gegensatz zu anderen Unternehmen muss Heareus nicht über Nettofinanzschulden sprechen. Vielmehr hat der Konzern 210 Millionen Euro mehr auf der hohen Kante, als der Schulden hat. Wie Rinnert weiter sagte, halten sich die Eigentümer wiederum an die selbst gesetzte Vorgabe, sich als Dividende nicht mehr als 25 Prozent des Überschusses zu genehmigen. Die Ausschüttungsquote betrage 24,7 Prozent - das entspricht 77,8 Millionen Euro.

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