https://www.faz.net/-gzg-9tvd7

Frankfurter Weg : 25 Jahre Druckräume für Junkies

  • Aktualisiert am

Kontrollierter Schuss: In den legalen Druckräumen in Frankfurt können Abhängige unter Aufsicht Drogen wie Heroin konsumieren. Bild: dpa

Seit 25 Jahren hält Frankfurt an den legalen Konsumräumen für harte Drogen fest. Trotz Kritik gibt es auch eine positive Bilanz.

          1 Min.

          Trotz Kritik hält die Stadt an ihrem „Frankfurter Weg“ der Drogenhilfe fest. Die Einrichtung von Konsumräumen, in denen harte Drogen wie Heroin legal gespritzt werden können, sei „bis heute fachlich und politisch unzweifelhaft richtig“, erklärte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

          Vor 25 Jahren wurde in Frankfurt der bundesweit erste dieser Räume eingerichtet, inzwischen gibt es vier. Zuletzt hatte sich Kritik vor allem im Bahnhofsviertel gehäuft, wegen Ansammlungen von Schwerstabhängigen und wegen Drogenhandels vor und in der Nähe der Konsumräume.

          Die Einrichtung der Räume habe „unzähligen Menschen das Leben gerettet“, sagte Majer. Die Abhängigen erhalten dort saubere Spritzen und Nadeln, zudem kann das Personal bei Notfällen wie Überdosierungen erste Hilfe leisten. 2018 gab es in Frankfurt 22 Drogentote, 1991 war mit 147 ein Höchststand verzeichnet worden.

          Majer erklärte, die Kommunen könnten auch angesichts der engen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht „das Drogenproblem lösen“, sondern nur die mit dem Konsum verbundenen Risiken und Belastungen lindern. In zahlreichen Fällen gelinge es, Abhängige in Therapie oder Substitutionsbehandlungen zu vermitteln. „Wir würden uns seitens der Bundesregierung aber mehr Spielräume für weitere Modellversuche wünschen, um die aktuellen Probleme angehen zu können“, erklärte der Grünen-Politiker. Insbesondere gelte dies für die Droge Crack, die schnell zu schweren gesundheitlichen Problemen führe.

          Anleitung: An der Wand eines Druckraums hängen Informationsblätter für den möglichst sicheren und hygienischen Konsum von Heroin. Bilderstrecke

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unabgestimmt, undeutlich, widersprüchlich: Bodo Ramelow

          Schluss mit Lockdown? : Ramelows Corona-Populismus

          Ramelow wollte den Ost-Laschet geben und ist damit gründlich auf die Nase gefallen. Aber der Unfall zeigt, was auf die Politik noch zukommt. Denn die Thüringer Perspektive werden früher oder später alle Länder haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.