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2325 neue Corona-Infektionen : Hessen meldet einen Höchstwert

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Bei einem neuen Rekordwert von 1,6 Millionen Corona-Test pro Woche stoßen die deutschen Labore an die Grenzen ihrer Auslastung. Bild: Lando Hass

Trotz mittlerweile mehr als zwei Wochen Lockdown: Das Robert-Koch-Instutut meldet für Hessen wie für den Bund einen neuen Höchstwert an Corona-Infektionen. Trotzdem ist die Lage noch unter Kontrolle und gibt Chancen, um aus Fehlern Lehren zu ziehen.

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          Welch ein unerfreulicher Rekord: 2325 Corona-Neuinfektionen meldet das Robert-Koch-Institut für Hessen, passend zum Rekordwert von 23.648  im Bund. Die Zahl für Hessen entspricht ziemlich exakt einem Zehntel der neuen bestätigten Fälle in ganz Deutschland, während Hessen aber nur acht Prozent  der Gesamtbevölkerung stellt. Gestorben sind im Zusammenhang mit Corona 19 Menschen. Seit Beginn der Pandemie summiert sich das Zahl somit auf 980. Seitdem wurden 72.525 Infektionen bestätigt.

          Wie wäre der Wert wohl ohne den sogenannten „Lockdown light“? Auch wenn der Rekord beunruhigt, so ändert das noch nichts daran, dass sich das Infektionsgeschehen weiter nicht im Anstieg befindet, sondern ein Plateau wahrt. Es bestehen also gute Chancen, weiter aus den Fehlern der ersten Welle und der Versäumnisse des Sommer zu lernen, wie es beispielsweise René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts vehement fordert. In der F.A.Z. räumt er dabei mit einigen Gerüchten auf, die sich beharrlich halten. Beispielsweise gebe es entgegen der allgemein gültigen Auffassung keinen Hinweis darauf, dass sich das Virus über Aerosole verbreite.

          Von Kommunen selbst gemeldete Werte können von den Zahlen des RKI abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI oder des hessischen Sozialministeriums.

          Nach zuletzt verfügbaren Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) werden in Hessen 306 Patienten wegen Covid-19 auf Intensivstationen behandelt. Das entspricht 17 Prozent der belegten Betten. 181 von ihnen müssen demnach beatmet werden. 1763 der verfügbaren Intensivbetten sind belegt, 304 frei. (Stand 19.11.2020, 12.15 Uhr).

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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