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: 225 Kilo

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Alles kommt immer früher: Lebkuchen in Supermärkten, Weihnachtsmärkte im November, Jahresrückblicke in gedruckter, gesendeter und sogar gebundener Form schon Anfang Dezember. Nur die Deutsche Presseagentur ...

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          Alles kommt immer früher: Lebkuchen in Supermärkten, Weihnachtsmärkte im November, Jahresrückblicke in gedruckter, gesendeter und sogar gebundener Form schon Anfang Dezember. Nur die Deutsche Presseagentur hält sich ordentlich an den Zeitenfahrplan und blickt erst in diesen Tagen auf das alte Jahr zurück, das für wenige Tage noch sein Haltbarkeitsdatum erfüllt. Diesmal hat die Agentur auch ein paar Kuriosa zusammengetragen, etwa die Geschichte von dem 34 Jahre alten Mann, der am 4. März im Rhein-Main-Gebiet seinen ungültigen Behindertenausweis vor den Augen von Beamten des Ordnungsamts einfach aufaß. Zu diesem Zwecke hatte der Mann sich auf einem Behindertenparkplatz in seinem Auto eingeschlossen. Ob er den doch wahrscheinlich etwas trockenen Ausweis mit einer Flüssigkeit hinunterspülte, bleibt leider unerwähnt. Auch wüßte man natürlich gern, wie ein solches Dokument schmeckt. Während der Vorfall wahrscheinlich wenige Nachahmer finden wird, wirft ein Ereignis aus Kassel doch ein Schlaglicht auf die speziellen Nöte des Jahres 2005: Ein Einundsechzigjähriger versuchte, Sprit aus einem Wagen abzuzapfen. Leider ausgerechnet bei der Bereitschaftspolizei.

          Die Deutsche Presseagentur beläßt es freilich nicht nur bei kuriosen Begebenheiten mit Einmaligkeitscharakter, sondern führt auch Fälle auf, aus denen wir alle lernen können. Zum Beispiel sollte jeder, der ein Buch schreibt oder sich einen Doktortitel erarbeiten will, auf seinem Computer unbedingt eine Sicherungskopie machen. Eine Studentin aus Marburg tat das nämlich nicht; als ihr der Laptop gestohlen wurde, kam sie um die Früchte ihrer jahrelangen wissenschaftlichen Arbeit. Jetzt weiß sie: Wer einen Doktor will, muß einen heiraten oder auf seinen Computer aufpassen.

          Doch nicht nur Unaufmerksamkeit am Laptop führt zu Verdruß, auch das Autofahren bei geöffnetem Fenster kann unangenehm werden: Kommt ein Vogel geflogen, läßt sich nieder auf dem Kopf, kann (wie bei einem Zwanzigjährigen in Kassel) schon mal das Lenkrad verreißen. Und dann gibt es noch die Fälle, die sich vordergründig lustig anhören wie dieser: Per Kranwagen holte die Wiesbadener Feuerwehr einen 225 Kilo schweren Mann aus dem vierten Stock. Die Sanitäter hatten vor der Aufgabe kapituliert, ihn durchs Treppenhaus zu tragen. Nein, das ist nicht lustig. Gerade jetzt nach Weihnachten, als der Gänsebraten unendlich schwer im Magen lag und die Weincreme pro Kubikzentimeter 180 Kalorien hatte, fühlt man sich fast so schwer wie der arme dicke Mann und beginnt sofort mit der Diät. Danke, Deutsche Presse-Agentur. PETER LÜCKEMEIER

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