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Frust bei Ausländern : 20 Monate warten auf eine Arbeitserlaubnis

Kein Ende in Sicht: Wer in der Ausländerbehörde etwas zu erledigen hat, muss sich oft schon frühmorgens anstellen. Bild: Victor Hedwig

Die Frankfurter Ausländerbehörde steht wegen langer Wartezeiten, fehlenden Personals und schwerer Erreichbarkeit seit geraumer Zeit in der Kritik. Nun schlagen auch Akademiker und Unternehmen Alarm.

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          Der Druck auf die Stadt Frankfurt, die Prozesse in der Ausländerbehörde zu beschleunigen, wird immer größer. Nachdem sich am Montag im Rechts- und Sicherheitsausschuss der Stadtverordnetenversammlung Betroffene zu Wort gemeldet hatten und von unhaltbaren Zuständen berichteten, äußern nun auch die Goethe-Universität und einzelne Unternehmen in der Region massive Kritik. Sie werfen der Behörde vor, die Anträge ausländischer Fachkräfte zu langsam zu bearbeiten. Es gebe Fälle, in denen die Betroffenen oft nur unter erschwerten Bedingungen oder manchmal gar nicht ihre Arbeitsstelle antreten könnten. Eine Standardauskunft der Behörde sei: „Wir haben erst wieder in einem halben Jahr Termine frei.“ Diese Aussage bekomme man aber auch nur dann, wenn man das Glück habe, jemanden telefonisch zu erreichen. Online könne man Termine gar nicht ausmachen. Schreibe man eine E-Mail, würde diese manchmal gar nicht beantwortet, beklagen die Betroffenen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Viele, die ihr Visum verlängern müssen oder eine Arbeitsgenehmigung brauchen, stellen sich deshalb schon um zwei Uhr morgens in die Schlange vor dem Gebäude an der Ecke von Rebstöckerstraße und Kleyerstraße im Stadtteil Gallus, in der Hoffnung, so ihren Sachbearbeiter sprechen zu können. Das hat auch Gabriele Breder getan, die wegen einer Eheschließung die Behörde aufgesucht hatte. Weil sie bereits wusste, dass man am besten schon in der Nacht kommen sollte, hatte sie sich um drei Uhr in die Schlange eingereiht. Am ersten Tag kam sie dennoch „zu spät“ und bekam keine Wartenummer mehr. Am zweiten Tag war sie eine Stunde früher da, aber auch vergebens. Am dritten Tag kam sie noch früher und wartete sieben Stunden. Dann wurde sie endlich vom Sachbearbeiter aufgerufen.

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