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Golfplatz Hohenstein : Streuobstwiesen und Limes

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Aussichtsreich: Eingebettet in die Natur präsentieren sich die neuen Bahnen des Golfplatzes am Hofgut Georgenthal. Bild: Cornelia Sick

Die Fertigstellung ließ auf sich warten - doch jetzt ist der Golfplatz rund um das Hofgut Georgenthal vollständig bespielbar. Spieler schwingen dort ihre Schläger auf historischen Pfaden.

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          Von dem Teich direkt hinter dem Abschlagplatz lässt sich der Spieler in der dunklen Jacke nicht beirren. Routiniert schwingt er den Golfschläger und befördert den weißen Ball im hohen Bogen auf das satte Grün jenseits des Wassers. Wie er haben am Samstag viele Mitglieder die Chance genutzt, den nun komplett fertiggestellten Golfplatz am Hofgut Georgenthal nördlich von Taunusstein in Gänze kennenzulernen.

          Von einem „Schmuckstück“ sprach Geschäftsführerin Brita Hankammer. Sie sei froh, dass man sich nun auf den Betrieb konzentrieren könne, statt sich mit der Baustelle zu befassen. Eigentlich hätte die Anlage rund um das elegante Landhotel schon im Herbst 2014 und damit ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten fertig sein sollen. Doch die Insolvenz des zunächst beauftragten Bauunternehmens vereitelte den Zeitplan und verteuerte das Projekt wohl auch. Zu den Kosten wollte Hankammer sich nicht äußern. Die einst genannten 3,5 Millionen Euro seien nicht mehr aktuell, sagte sie nur.

          Wasserflächen sollen Reiz des Spiels erhöhen

          Im Herbst 2015 waren die ersten neun Bahnen des 18-Loch-Golfplatzes eröffnet worden. Zuvor waren schon die Driving Range, also der Übungsplatz, sowie der Par-3-Übungsplatz und der Golf-Shop in Betrieb gegangen. Am Samstag nun folgten die übrigen neun Bahnen, so dass die 65 Hektar große Anlage, zu der auch eine Golfschule zählt, nun komplett ist.

          Das Gelände rund um das Hotel wurde terrassenförmig modelliert, sanfte Rasenhügel wechseln sich mit Teichen und „Bunker“ genannten Sandflächen ab. Sie dienen ebenso wie die Wasserflächen als Hindernisse, die den Reiz des Spiels erhöhen sollen. Von mehreren Anhöhen aus lässt sich erkennen, dass der Platz trichterförmig um das mehr als 300 Jahre alte Hofgut herum angelegt wurde. Der Par-70-Platz, der also von sehr guten Spielern mit 70 Schlägen absolviert werden kann, hat fünf Dreier-, zehn Vierer- und drei Fünfer-Bahnen; sie sind jeweils zwischen 100 und 500 Meter lang, die Gesamtlänge beträgt 5700 Meter. Vier Bahnen liegen jenseits der Straße.

          Wichtig sei, dass die Bahnen eine „hohe Erinnerbarkeit“ besäßen, sagte der Golfplatzplaner Christian Althaus. Jede Bahn sei auf ihre Art einzigartig. Dem Landschaftsarchitekten zufolge ist der Platz aber kein Exot; er füge sich in die Landschaft ein und sei naturnah. Bei der Gestaltung wurden den Angaben zufolge drei Elemente aufgegriffen, die typisch für die Region sind: Zum einen das Thema Wasser, das sich etwa in Teichen und renaturierten Gräben widerspiegelt. Zum anderen die Streuobstwiesen und das Weltkulturerbe Limes. Die Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem freien Germanien verlief einst genau dort, wo sich heute der Golfplatz befindet. Geplant sei, entlang dieser Linie Speierlinge zu pflanzen.

          Offen für jedermann

          Althaus hob auch das nachhaltige Pflege- und Wasserversorgungskonzept für den Platz hervor: Der Wasserbedarf werde vor allem mit Regenwasser gedeckt, das in Teichen gespeichert werde. Zudem beziehe man aus einer Schürfung Wasser, das sich nicht als Trinkwasser eigne.

          Laut Hankammer wurden schon vor der Eröffnung mehr als 270 Mitglieder gezählt. Schön wäre aus ihrer Sicht eine Zahl von 800 bis 1000. Man wolle keinen exklusiven Golf-Club schaffen, sondern offen für jedermann sein. Regulär kostet eine Fünfjahresmitgliedschaft im Jahr 1400 Euro. Die Einzelgebühr für ein 18-Loch-Spiel beträgt werktags 70 Euro.

          Der Gründer der Wasserfilterfirma Brita, Heinz Hankammer, hatte das Hofgut 1995 gekauft, seit 2000 gibt es das Hotel.

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