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175 Personen : Syrische Flüchtlinge landen in Hessen

  • -Aktualisiert am

Angekommen nach langer Fahrt: syrische Flüchtlinge in Kassel. Bild: dpa

Am Flughafen Kassel-Calden sind 175 syrische Flüchtlinge aus Lagern im Libanon gelandet. Sie wurden begrüßt mit den Worten: „Werden Sie hier in Deutschland glücklich“.

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          Ich verspüre eine unbeschreibliche Freude.“ Das waren die ersten Worte eines Vaters aus Aleppo in Syrien, der mit seiner Frau und vier Söhnen nach einer Odyssee über Zufluchtsorte und Flüchtlingslager am Mittwochnachmittag in Calden deutschen Boden betrat. Dort waren 175 Flüchtlinge aus Lagern im Libanon gelandet, die der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, am Kasseler Flughafen willkommen hieß: „Sie haben einen langen Flug und eine lange Geschichte hinter sich. Werden Sie hier in Deutschland glücklich.“ Ein junger Mann aus der Gruppe der Ankommenden trat spontan nach Schmidts Rede ans Mikrofon und bedankte sich seinerseits: „Thank you so much for everything.“ Dies, sagte Schmidt später, sei ebenso einmalig wie die Gesten des Willkommens in Kassel.

          Am Zaun des Flughafens hatten Besucher ein Transparent mit dem Wort „Welcome“ aufgerichtet, und ein Ehepaar hatte Süßigkeiten und Stofftiere als Geschenk an die Ankommenden bei den Betreuern abgegeben, denn unter den Flüchtlingen waren 100 Kinder und Jugendliche. „Das ist ein Willkommen, wie wir es uns in Deutschland vorstellen“, sagte Schmidt. Er lobte auch den Flughafen: „Das, was wir an Organisation erleben, ist hervorragend.“ Insgesamt kommen 5000 Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland. Dieses war der dritte Flug mit Syrern, der in Deutschland eintraf. Mitte bis Ende November könnte der nächste folgen. Ob die weiteren Flugzeuge in Kassel oder Hannover landen werden, ist noch offen. Es gebe keinen Automatismus, der für die Ankunft in Hessen spreche, sagte Schmidt, „aber wir sind von der Aufnahme hier begeistert“. Der Kasseler Flughafen bot sich für das Bundesamt wegen seiner zentralen Lage in Deutschland und der Nähe zum Aufnahmelager Friedland an. Dort werden die Flüchtlinge für etwa zwei Wochen bleiben, bevor sie auf Unterkünfte in ganz Deutschland verteilt werden. Kriterien für die Auswahl der Flüchtlinge waren ihr Bedarf nach Schutz oder medizinischer Hilfe, familiäre oder andere Bindungen nach Deutschland sowie ihre Fähigkeit, später einen Beitrag zum Wiederaufbau der Heimat leisten zu können.

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