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Rentenmarkt : Banken wollen Risiken verringern

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Bild: F.A.Z.

bf. FRANKFURT, 18. April. Mehrere führende Investmentbanken haben am Rande einer Fachkonferenz in Wien über den Aufbau eines Clearing-Hauses für Kreditderivate diskutiert. Die Banken wollten so den wachsenden Sorgen über das sogenannte ...

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          Mehrere führende Investmentbanken haben am Rande einer Fachkonferenz in Wien über den Aufbau eines Clearing-Hauses für Kreditderivate diskutiert. Die Banken wollten so den wachsenden Sorgen über das sogenannte Kontrahentenrisiko in diesem rasch wachsenden Geschäft Rechnung tragen und einer staatlichen Regulierung vorbeugen. In Frankfurter Finanzkreisen wurde dazu allerdings angemerkt, dass sich die Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium befänden. Ein erfolgreicher Abschluss sei keineswegs gewiss.

          Wie berichtet, hatten Krise und Rettung der Investmentbank Bear Stearns Mitte März die Risiken des Derivate-Geschäfts in den Fokus der Investoren und Aufsichtsbehörden gerückt (F.A.Z. vom 17. April). Bear Stearns hatte zum Bilanzstichtag 30. November 2007 Derivate-Engagements im Gesamtvolumen von 13,4 Billionen oder 13 400 Milliarden Dollar ausgewiesen - ein Betrag, der vielfach ungläubiges Staunen ausgelöst hat. In Finanzkreisen wird darauf hingewiesen, dass das hohe Nominalvolumen der Derivate-Märkte allerdings zum Teil eher technische Gründe habe und deshalb die tatsächlichen Risiken überzeichne. Gleichwohl gibt es Besorgnis, dass im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines großen Derivate-Hauses schlagartig Tausende Kontrakte fällig gestellt würden - und dass dies ein Chaos auslösen könnte, das die Stabilität des Finanzsystems insgesamt bedrohen würde.

          In Reaktion auf solche Sorgen haben einige Banken nun offenbar den Aufbau eines Clearing-Hauses für sogenannte Credit Default Swaps (CDS) diskutiert. Diese Finanzkontrakte sind eine Art handelbare Kreditversicherung. Der Markt für diese Kontrakte wächst besonders stark (siehe Grafik); gleichzeitig gehen von ihm besonders große Risiken für die Finanzstabilität aus, da im Falle der Pleite eines Unternehmens, auf das sich die Kreditversicherung bezieht, unter Umständen sehr große Zahlungsströme ausgelöst werden.

          Derzeit schließen die Teilnehmer an diesem Markt solche Kreditversicherungen direkt miteinander ab. Für den „Versicherungsnehmer“ stellt sich damit die Frage, ober der „Versicherer“ bei Eintritt des Schadens auch tatsächlich in der Lage ist, zu zahlen. Um dieses „Kontrahentenrisiko“ abzumildern, müssen beide Teilnehmer einen gewissen Bareinschuss leisten - auch der Versicherungsnehmer für den Fall, dass der Kontrakt durch die Entwicklung der Marktpreise an Wert verliert.

          Ein Clearing-Haus vermindert das Kontrahentenrisiko beträchtlich. Das funktioniert so: Haben sich zwei Partner auf den Abschluss eines CDS-Kontrakts geeinigt, schließen sie das Geschäft nicht direkt miteinander ab, sondern zu den vereinbarten Konditionen jeweils mit der Clearing-Stelle. Der Kontrahent ist also jeweils das Clearing-Haus, dessen Ausfallrisiko durch die besondere Konstruktion sehr gering ist. Hauptaufgabe des Clearing-Hauses ist es nämlich, die Kapitaleinschüsse der Geschäftspartner zu überwachen und gegebenenfalls Nachschüsse einzufordern. Gelingt dies nicht, werden die Kontrakte zwangsweise geschlossen, nötigenfalls sehr kurzfristig. So wird sichergestellt, dass der geleistete Kapitaleinschuss stets ausreicht, einen Verlust abzudecken. Sollte in einem Extremfall der Verlust dennoch den Bareinschuss übersteigen, muss das Clearing-Haus dies aus eigenen Mitteln abdecken.

          Die wachsende Verbreitung von CDS nährt aber auch deshalb Sorgen, weil die „Versicherungsnehmer“ letztlich auf den Untergang eines dritten Unternehmens spekulieren, und dies oft in großem Stil. Diese Spekulanten haben damit einen Anreiz, böswillige Gerüchte in die Welt zu setzen - die dann in einer ohnehin hochnervösen Marktlage eine Panik auslösen könnten.

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