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Kloster Benediktbeuern : Am wildesten trieb es Göttin Venus

  • -Aktualisiert am

Die Benediktiner verstanden es, die schönsten Orte für ihre Klöster auszusuchen - auch für Benediktbeuern am Fuß der Alpen. Bild: picture alliance / Westend61

Heilige Knochen, rettende Wärme, frivole Gesänge: Gleich drei Wunder sind im Kloster Benediktbeuern südlich von München geschehen, und bis heute ist die Erinnerung an sie lebendig.

          9 Min.

          „Eine Hundehütte“ sei das Kloster, sagt Pater Claudius demütig, „ein Haus mit Wänden, Dach und Eingang“. Der Ordensmann öffnet das Fenster und schaut auf den verschachtelten vierflügeligen Komplex, dessen zartes Lindgrün die Mauern geheimnisvoll leuchten lässt. Pater Claudius, dem alle weltlichen Belange des Klosters unterstehen, untertreibt gehörig, denn im ganzen Pfaffenwinkel, dieser Weihrauch atmenden, tief katholischen Landschaft südlich von München, in der man nur den Hals zu recken braucht, um zwischen all den sehnsuchtsschönen Seen, Dörfern und rollenden Wiesen den nächsten barocken Kirchturm zu erblicken, gibt es keinen Ort, der über eine so mit Wundern gesegnete Geschichte verfügt wie das Kloster von Benediktbeuern.

          Gleich drei Mysterien birgt das Kloster, eines größer als das andere, und das erste verbirgt sich gleich neben der Klosterpforte. Wir gehen hinaus und betreten den Innenhof des Klosters, der von der meditativen Stimme des Priesters erfüllt wird. Lautsprecher tragen seine Worte in den Garten, in dem die Gläubigen, die in der Kirche keinen Platz gefunden haben, in den endlosen Säulengängen verharren. Stumm und ergriffen lauschen sie der Predigt, immer zwei in einem Bogen, viele sind in Tracht gekommen. Bis oben in die Türme der Kirche steigt ihre Andacht empor und dehnt die bauchigen Hauben noch ein wenig weiter. Drinnen im Kirchenschiff ertönt ein Scharren. Der Priester beendet seine Predigt, und jetzt breitet sich Stille über dem weiten Garten aus, nur das Plätschern des Brunnens ist zu hören. Wir öffnen die Kirchentür und sehen, wie sich die Menschen zum Gebet niederknien. Sie gedenken eines Heiligen, dessen Unterarm auf wundersame Weise den Weg unter den Altar gefunden hat.

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