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Tierschutz kontra Zoobespaßung : Wie Delphine in Gefangenschaft zugrunde gehen

  • -Aktualisiert am

Das sieht nur aus wie ein Lächeln: Delphine im Aquarium des Mirage Hotel Bild: Juniors

Im Delphinarium in Las Vegas sind zuletzt drei Tiere gestorben. Ist es an der Zeit, diese Gefangenschaft zu Unterhaltungszwecken zu verbieten? Vieles spricht dafür.

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          Zum dritten Mal binnen sechs Monaten ist im Delphinarium des Mirage Hotel in Las Vegas ein Delphin gestorben. K2, ein elfjähriger Großer Tümmler, starb Ende September an einer Atemwegserkrankung. Zuvor war im September der Tümmler Maverick, 19, ebenfalls einer Atemwegserkrankung erlegen, im April starb die dreizehnjährige Bella nach einer Magen-Darm-Erkrankung. Alle drei waren im Delphinarium des Mirage im sogenannten Secret Garden zur Welt gekommen, das als Heimat der weißen Tiger und Löwen des Magierduos Siegfried und Roy berühmt wurde; die Touristenattraktion wurde vorübergehend geschlossen.

          450 Delphine leben der Meeresbiologin Naomi Rose vom Animal Welfare Institute in Washington D.C. zufolge in fünfundzwanzig bis dreißig Einrichtungen in den USA – Touristenattraktionen und Aquarien – in Gefangenschaft, und viele sterben frühzeitig. In der Wildnis leben Delphine im Mittel zwanzig bis dreißig Jahre, sie können aber auch sechzig Jahre oder älter werden. „Seit der Eröffnung des Secret Garden 1990 sind von den dreiundzwanzig Delphinen dort sechzehn gestorben“, sagt Rose in einem Gespräch mit dieser Zeitung. „Das ist eine Quote von siebzig Prozent – obwohl die meisten noch leben sollten.“ Naomi Rose arbeitet seit den 1990er-Jahren am Schutz von Meeressäugern und ist scharfe Kritikerin der Haltung von Delphinen und anderen Walen zum Amüsement von Menschen. Aber während andere Länder, darunter Kanada und England, die Haltung von Delphinen und anderen Meeressäugern entweder verboten oder die Bedingungen ihrer Haltung so verschärft haben, dass sie „unbezahlbar“ ist, wie Rose sagt, herrschen in den USA weiterhin laxe Bestimmungen. Geregelt werden der Fang und Import dieser Tiere durch den Marine Mammal Protection Act von 1972 und die Zucht der Tiere in Gefangenschaft durch den Animal Welfare Act von 1984. „Aber im Hinblick auf die aktuelle Forschung über diese Tiere ist die Gesetzgebung hier rettungslos veraltet“, sagt Rose.

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