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Schottland : Die Herrschaft des bösen Clans der Hamiltons

  • -Aktualisiert am

Wandern auf Arran: Am Ende geht der steile Hang in das sanfte Glen Sannox über, ein ehemaliges Gletschertal. Bild: Picture-Alliance

Arran gilt als Schottland im Kleinen. Wer auf der Insel wandern geht, stößt auf Steinkreise, Viertelstundenwetter, rasante Wechselbälger – und einen ungeklärten Todesfall.

          9 Min.

          John Laurie aus Glasgow war ein einnehmender junger Mann. Das fand zumindest der Büroangestellte Edwin Rose aus London, als er den Modellschlosser im Juli 1889 auf der Fähre zur Insel Arran ansprach. Gerne würde er mit ihm diesen großen Berg besteigen, sagte er, der sich direkt vor ihnen immer höher in den Himmel schob. „Gute Idee, das machen wir“, versprach Laurie, und am 15. Juli brachen sie zusammen zum achthundertvierundsiebzig Meter hohen Goatfell auf. Zurück aber kam spät in der Nacht nur Laurie. Verstohlen holte er ihrer beider Gepäck aus der Pension und verschwand.

          Bald vermisste man Rose, mehr als zweihundert Mann machten sich auf die Suche. Am 4. August entdeckte man seine Leiche am Abhang des Goatfell, unter ein paar Steinbrocken versteckt. Nun fahndete man im ganzen Königreich nach Laurie. Als er festgenommen wurde, behauptete er, Rose sei abgestürzt, er habe ihn nur begraben und seine Wertsachen an sich genommen. Er wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt, aufgrund der dünnen Beweislage allerdings begnadigt und starb einundvierzig Jahre später im Gefängnis. Es ist der einzige ungeklärte Todesfall, vielleicht sogar der einzige mögliche Mord der Neuzeit auf Arran, so sagen es die Einwohner. Und hier oben, am Tat- oder Unglücksort, auf dem breiten, felsenübersäten Gipfelplateau des Goatfell, soll sich irgendwo ein Kreuz an der Stelle befinden, an der Edwin Rose verscharrt war.

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