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Walbeobachtung : Zum Stelldichein der Meeressäuger

  • -Aktualisiert am

Der Meeresriese zum Greifen nahe Bild:

Kanada ist bekannt für intakte Natur und Tiervielfalt in freier Wildbahn. Mit seinem Zugang zu drei Ozeanen ist das Land auch lohnenswertes Ziel für Wal-Fahrten.

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          Da! Eine Gischtfontäne spritzt aus den grauen Wellen in die Luft. Gebannt blicken alle Passagiere an Bord nach Westen. Kurz zeigen sich mehrere schwarze Finnen, um einen Augenblick später wieder elegant im Wasser zu verschwinden. Kameras klicken. Eine ganze Familie von sechs Killerwalen lässt ihre glänzend schwarzen Rücken sehen. Einmal können die Beobachter sogar kurz einen Blick auf die weiße Zeichnung am Kopf erhaschen, bevor das Tier in die Tiefen des Ozeans abtaucht.

          Die Urlauber auf dem Boot eint eine kollektive Gänsehaut und ein Gefühl der Bewunderung für das Naturschauspiel. Wale in freier Wildbahn zu beobachten ist ein unvergessliches Erlebnis und für viele Kanadabesucher ein Höhepunkt ihrer Reise. Rund eine Million Gäste buchen jedes Jahr eine Wal-Fahrt im Westen oder im Osten des Landes. Damit zählt Kanada nach einer Studie des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) neben den USA zu den populärsten Wal-Destinationen der Erde.

          Mindestabstand: 100 Meter

          Nur wenige Minuten später taucht eine weitere Gruppe der riesigen Meeressäugetiere hinter dem Schiff auf. Bootsführer Chris steuert das offene Schlauchboot mit den starken Außenbordmotoren geschickt so, dass die Tiere direkt darauf zu schwimmen. In die Gruppe hinein zu fahren oder ihr in nächster Nähe zu folgen, das verbieten die strikten Schutzregeln, nach denen sich die Whalewatching-Unternehmen richten. Der so genannte “Code of Ethics“, den sich zum Beispiel die Anbieter in New Brunswicks und Nova Scotias Bay of Fundy auferlegt haben, schreibt vor, nie näher als 100 Meter an eine Gruppe heranzufahren. Nicht selten sind Whale Watching-Unternehmen auch als Tierschützer aktiv, die sich für den Erhalt des maritimen Lebensraums einsetzen. Schließlich ist eine große, gesunde Wal-Population die Grundlage für zufriedene Kunden. Einige Anbieter spenden sogar einen Anteil jedes verkauften Tickets an die Walforschung.

          Schon bald halten alle an Bord fasziniert den Atem an: Das Boot ist umzingelt von mindestens zwanzig der schwarzweißen, friedlichen Killerwale, auch Orkas genannt. “Dort ist L57, genannt Faith,“ sagt Chris und deutet auf eine große Rückenflosse mit markanten Einkerbungen. “Faith hat schon einige Jahre auf dem Buckel, er wurde 1957 geboren.“ Mit Hilfe einer Tafel, auf der die Finnen und ihre spezifischen Merkmale abgebildet sind, identifiziert Chris die einheimischen Wale. Andere Wal-Spezialisten, wie Mike aus Churchill in Manitoba, erkennen besondere Individuen an der Stimme: Seine Tour-Boote sind mit Mikrofonen ausgestattet, die Geräusche unter Wasser einfangen. Mittels dieser so genannten „Hydrophone“-Ausstattung können die Gäste an Bord über Lautsprecher den Gesängen der Belugas lauschen. Die niedlichen weißen Flitzer gelten als die ausdruckstärksten Wale der Welt.

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