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Walbeobachtung : Wal-Fahrten in der Hudson Bay und am Sankt Lorenz Strom

  • -Aktualisiert am

In der Hudson Bay verbringen die Belugas den kurzen arktischen Sommer Bild: picture-alliance / dpa

Belugas gelten nicht nur als geselligste, sondern auch als ausdrucksstärkste Spezies unter den Walen. Und sie stehen bei Wal-Beobachtern weit oben auf der Wunschliste.

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          Belugas gelten nicht nur als geselligste, sondern auch als ausdrucksstärkste Spezies unter den Walen. Kein Wunder, dass das Sichten und Hören der niedlichen Rundnasen für viele Walbeobachter etwas ganz Besonderes ist. Der beste Ort, um Belugawale zu sehen, findet sich etwas abseits der Zivilisation: Churchill liegt hoch im Norden der kanadischen Provinz Manitoba. Dort, wo sich im Oktober die Eisbären einfinden, um das Eis der Hudson Bay zu überqueren. Im Sommer kommen jedes Jahr rund 3000 schneeweiße Belugas von den arktischen Gewässern hierher, um in der artenreichen Hudson Bay zu fischen und ihre Jungen zu bekommen. Von Mitte Juni bis Mitte August tanzen manchmal hunderte dieser kleinen Wellenartisten im Wasser und sehen dabei aus wie weiße Schaumkronen.

          Das Tausend-Seelen-Nest Churchill ist Ausgangspunkt für Beobachtungstouren. Erreichbar ist es nur per Flugzeug oder Schiene. Weite, staubige Straßen und niedrige Gebäude: Den Mangel an Charme macht das Städtchen mit der Wildheit seiner Natur wett. Am Cape Merry etwa, von wo aus sich herrliche Ausblicke bieten und große Belugagruppen rund um die Landnase zu sehen sind. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Karibus oder gar einen Polarbären zu Gesicht zu bekommen.

          Belugas sind immer in Québec zu finden

          Leichter zu erreichen sind die fischreichen Gewässer des Sankt Lorenz Stroms an seinem Zusammenfluss mit dem Saguenay River in Kanadas frankophoner Provinz Québec. Belugawale leben hier das ganze Jahr über. Es ist die einzige Population, die nicht in der Arktis überwintert. Einst tummelten sich hier tausende der flinken Schwimmer, doch die Verschmutzung ihres Lebensraums ließ die Zahl auf rund 500 Exemplare sinken. Heute sind die Belugas so streng geschützt, dass Boote sich ihnen nicht aktiv nähern dürfen.

          Doch Ausflüge nach Tadoussac und Baie Sainte Catherine an der Mündung des Saguenay Flusses oder nach Longue-Pointe-de-Mingan im Mingan Archipelago Nationalpark lohnen dennoch: Im Sommer und Herbst kommen viele andere Spezies hierher, darunter Mink-, Finn-, Buckel- und sogar Blauwale. Wer will, kann für einen Tag Walforscher sein: Im Sommer starten vom Hafen von Mingan täglich sechs- bis achtstündige Exkursionen der Mingan Island Cetacean Study Research Station.

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