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Via Mosel : Drei ungleiche Nachbarn

  • -Aktualisiert am

Historie und Moderne: Weingut und Gästehaus Cantzheim in Kanzem Bild: Picture Alliance

Drei Länder, drei Mentalitäten, ein Fluss: Die neu geschaffene Via Mosel führt in Frankreich, Luxemburg und Deutschland zu den schönsten Weindörfern und den Weingütern mit der spektakulärsten Architektur.

          9 Min.

          Hand aufs Herz: Wer weiß, an welchem Fluss das französische Bischofsstädtchen Toul liegt? Es ist der französisch Moselle, letzeburgisch Musel, deutsch Mo­sel genannte, die Grenzen Frankreichs, Luxemburgs, Deutschlands überwindende, zweitlängste Nebenfluss des Rheins, ein in allen drei Anrainerstaaten weinseliger Strom. Und er bleibt jenseits der jeweiligen Landesgrenzen eine große Unbekannte, was die Weinbauarchitektur, die Dörfer und die Weine im Talabschnitt des Nachbarlands angeht. Das zu ändern hat sich das von den drei Nachbarn getragene Projekt Via Mosel auf die aktuell vor sechsundfünfzig Weingütern und in drei Dutzend Weinorten wehende Fahne geschrieben. Leitmotiv der jetzt eröffneten Dreiländerroute sind die un­terschiedlichen Terroirs und die wechselnde Weinbauarchitektur vom lothringischen Toul über die luxemburgische Waistrooss bis Kobern-Gondorf an der deutschen Terrassenmosel. Von einer Ju­ry aus Architekten, Touristikfachleuten und Weinexperten geprüft und aufgenommen in die Via-Mosel-Route wurden Weinorte mit regional- oder landestypischem Bild sowie Weingüter mit herausragender Architektur, ebensolchem Terroir und ebensolchen Weinen. Alle Weingüter sind zugänglich, sei es für ei­ne Besichtigung oder eine Verkostung, wo­mit das Via-Mosel-Projekt als Qualitätsoffensive für einen grenzübergreifenden Moseltourismus zu verstehen ist.

          Die Via-Mosel-Weingüter sind mit drei auf französischer, sechzehn auf luxemburgischer und achtunddreißig auf deutscher Seite ungleich verteilt – doch spiegelt sich darin die Bedeutung des Weinbaus an den drei Flussabschnitten wi­der. Bei den Dörfern ergibt sich ein ähnliches Bild, der Löwenanteil liegt an der deutschen Mosel. Dafür sind die Entdeckungen gerade für deutsche Mo­selreisende in Frankreich und Luxemburg größer.

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