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Usbekistan : Minarette, Moscheen und Medresen

  • -Aktualisiert am

Auf dem Markt von Buchara Bild: SRT / Christian Nowak

Für Ungläubige war Buchara früher ein gefährliches Pflaster: Sie wurden vom höchsten Minarett der Stadt geworfen. Heute werden Fremde von der luftigen Seide umschmeichelt, die man im Basar erwerben kann.

          Der erste Eindruck von Buchara gleicht dem von Taschkent. Sobald man sich aber innerhalb der alten Stadtmauer befindet, hat die Stadt mehr als nur trostlose sozialistische Einheitsarchitektur zu bieten. Buchara war über Jahrhunderte ein für Ungläubige gefährlicher Platz. Die wenigen Abenteurer, Kaufleute, Künstler und Geschichtsschreiber, die lebend nach Europa zurück kamen, waren trotzdem tief beeindruckt und gaben der Stadt den Beinamen "Die Edle".

          Zumindest der Altstadt Bucharas hat die jüngere Geschichte nicht viel anhaben können. Über dem lehmfarbenen Gewirr aus verschachtelten Häusern und Basaren erheben sich schlanke Minarette, leuchten die Kuppeln der Moscheen und die riesigen, mit Fayencen verzierten Portale der Medresen.

          Lebendige Geschichte

          Wie in einem Geschichtsbuch reiht sich eine Epoche an die andere. Tausend Jahre hat das Mausoleum der Samaniden überdauert, wurde selbst von den alles zerstörenden Horden des Dschingis Kahn verschont - vielleicht um der Nachwelt zu zeigen, welch kunstvolles Bauwerk man aus schlichten, ungebrannten Lehmziegeln errichten kann. Die ungemein plastische Fassade besteht aus perfekt geformten Rauten, Bögen und Durchblicken. Filigran, fast wie Flechtwerk wirken die Außenwände des Würfels, und bestehen doch nur aus Lehm.

          Auf einem Hügel inmitten der Stadt thront der Ark, eine mächtige Festung, einst Regierungssitz und Palast der Herrscher Bucharas. Über eine Rampe und einen kurzen Tunnel betritt man den Ark, passiert das Spalier der Souvenirhändler. Hier haben die Emire Aufmüpfige und unerwünschte Fremde eingekerkert und zum Tode verurteilt.

          Rettender Wegweiser und Hinrichtungsort zugleich

          Auch das weithin sichtbare Wahrzeichen Bucharas, das fast 50 Meter hohe Kalan Minarett, wurde vielen zum Verhängnis. Der wunderbar schlanke Turm diente den Muezzins als Sprachrohr, wies den Karawanen schon von Ferne den Weg in die Stadt. Von seiner Spitze wurden aber auch zum Tode Verurteilte in die Tiefe gestürzt. Zwei Dollar extra verlangt der junge Bursche am Fuße der Treppe als Eintritt, lässt nicht mit sich handeln, weiß, dass der Blick von oben auf die Moschee Kalan, die genau gegenüber liegende Medrese Mir-e Arab und das Gewirr der Altstadthäuser den Preis wert ist.

          Willkommen im wahren Orient

          Zeit, viel Zeit sollte man sich für Buchara nehmen. Mit Muße durch die Gassen schlendern, staunend die historischen Bauwerke zählen, das Kunsthandwerk in den überkuppelten Basaren bestaunen, die goldenen Samoware, die sonderbaren Pelikanscheren, die klassischen Bucharateppiche und natürlich die wunderbar luftige Seide durch die Finger gleiten lassen.

          Irgendwann kommt der Besucher dann zum Lab-e Haus, dem schönsten Platz im alten Buchara. Jetzt ist man wirklich im Orient angekommen, darf bei grünem Tee und frisch gegrillten Schaschlikspießen unter uralten Maulbeerbäumen auf den eigentümlichen Sitzbetten von 1001 Nacht träumen.

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