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Urlaubsplanung : Sieben Tips für die preiswerte Reiseplanung

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Die Flucht aus Deutschland muß nicht teuer sein Bild: picture-alliance / gmsDPA

Schneeregen fällt vom Himmel, die Grippe kursiert und alle wollen weg - jetzt, oder spätestens im Sommer. Sollte man im Internet buchen oder im Reisebüro? Sind Billigflieger am billigsten? Sieben Tips für einen günstigen Urlaub.

          Wie Urlauber bei der Buchung sparen können. Sieben Tips.

          1. All inclusive oder a la carte speisen?

          „All inclusive boomt ohne Ende“, sagt Professor Roland Conrady, Dekan des Fachbereichs Touristik und Verkehrswesen an der Fachhochschule Worms. Warum? Weil das Preis-Leistungs-Verhältnis häufig unschlagbar günstig ist. Und weil Urlauber mit knappem Reisebudget Planungssicherheit schätzen. Sie greifen lieber einmal tief in die Tasche, als am Ende des Urlaubs eine böse Überraschung zu erleben, wenn sich die vielen Biere, das Eis für die Kinder und der Kaffee am Nachmittag zu einem Riesenbetrag addieren.

          2. Im Internet surfen oder ins Reisebüro gehen?

          Kluge Urlauber machen beides. Wer gerade beginnt, die Ferien zu planen, findet im Internet viele Anregungen und einen guten Überblick über Ziele und Preise. Ein Mausklick überwindet Ozeane, Anbieter, die man bislang nicht einmal kannte, rücken ins heimatliche Wohnzimmer vor. Das sollten auch alle nutzen, die eine persönliche Beratung schätzen oder vor dem Bezahlen im Internet zurückschrecken.

          Eine Rundreise mit vielen Zwischenstopps, Hotels, Flügen und Grenzübertritten läßt sich im Netz aber nur mühsam arrangieren. Die Pauschalreise, der Flug nach Florenz oder der Mietwagen auf Mallorcakönnen dagegen ohne Probleme im Netz gebucht werden. Das kostet Routiniers nur wenige Minuten, und es spart Geld. „Die Bereitschaft zur Internetbuchung wächst ganz gewaltig“, sagt Conrady. Das könnte auch daran liegen, daß es nicht in jedem Reisebüro mit der Beratung weit her ist. So mancher Besitzer speist die wißbegierige Kundschaft mit fünf Kilo Prospekten ab.

          3. Den Billigflieger nehmen oder den Linienflug?

          Klar, der Service einer Lufthansa, die vom Rhein-Main-Flughafen startet, läßt sich nicht ohne weiteres mit einer Ryanair vergleichen, die im weit entfernten Hahn abhebt. Billigfliegen ist mit vielen Nachteilen verbunden: Die Anreise und die Mitnahme von Surfbrett oder anderem Extragepäck sind oft beschwerlich, umbuchen meist unmöglich. Der Flug ist aber genauso pünktlich und sicher wie bei einer Liniengesellschaft. Die vielbeworbenen 1-Euro-Flüge sichern jedoch nicht immer den Sitzplatz, Steuern und andere Kosten kommen hinzu. Das Kontingent ist oft knapp bemessen und blitzschnell verkauft.

          Wer die billigen Tarife der Billiganbieter ergattern will, sollte sich früh entscheiden. Später wird es schnell teuer, so teuer, daß der Linienflieger schon wieder billiger sein kann. Wer rechtzeitig bucht, hat große Chancen, ein günstiges Low-Cost-Angebot zu ergattern, wer spät dran ist, sollte auch bei den Liniengesellschaften suchen, die attraktive Flüge oft kurzfristig verramschen. Einen guten Überblick über die Angebote bekommen Reisende bei billigflieger.de, fliegertarife.de oder billigfliegervergleich.de.

          4. Frühbucherrabatt nutzen oder auf Last Minute setzen?

          Früher war die Antwort klar: Am Ende ist Last Minute immer billiger. Bei L'tur und anderen gibt es wenige Stunden vor der Reise schon mal einen kräftigen Preisnachlaß - im Extremfall sogar 75 Prozent. Dem wirkt die Reisebranche mit Frühbucherrabatten von bis zu 30 Prozent entgegen. Das macht Schnäppchenjäger die Entscheidung schwer.

          Sicher ist allerdings, daß die Last-Minute-Angebote nicht ausgehen, wie so mancher Reiseveranstalter glauben machen will. Es gibt immer noch Unmengen von Hotelbetten und Fluglinien mit Überkapazitäten, also viel Raum für Sparangebote. Da kann sich warten lohnen - aber nicht bei Low-Cost-Anbietern von Flügen oder Mietwagen. Sie ziehen die Preise hoch, je näher der Termin rückt. Früh zugreifen sollte auch, wer unbedingt an einem bestimmten Ort, in einem ausgewählten Hotel übernachten will.

          5. Im Hotel oder in der Ferienwohnung leben?

          Das ist natürlich vor allem eine Geschmacksfrage. Ansonsten gilt: Die Preise der großen Hotelketten lassen sich im Internet einfach vergleichen und buchen. Von Ferienwohnungen und -häusern läßt sich das nicht behaupten. Der Markt ist intransparent, von kleinen und privaten Anbietern dominiert, die längst nicht alle online präsent sind. Da müssen Reiselustige auch mal im Katalog blättern, in der Zeitung suchen und zum Telefon greifen. Das ist mühselig, ein schaler Nachgeschmack bleibt: Habe ich ein Schnäppchen gemacht, oder hat mich da nicht doch einer über's Ohr gehauen?

          6. Pauschalreise oder Flug, Hotel und Wagen einzeln buchen?

          Das Ergebnis ist erschreckend: In 70 Prozent der Fälle sind die Fix-und-fertig-Ferien von Tui teurer als der Kauf der einzelnen Reisebausteine im Internet. Das fanden die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs heraus, die in Großbritannien surften. Ganz so groß sei der Vorteil für deutsche Urlauber nicht, glaubt Reisefachmann Conrady, die Tendenz aber stimme. Denn Angebote im Internet sind prinzipiell günstiger als im Reisebüro.

          Das sieht man schon bei der Lufthansa, die für den aufwendigeren Ticketkauf im Reisebüro extra abkassiert. Immer öfter machen es auch die Hotelmanager so. Hinzu kommen Bausteinreisen zu tagesaktuellen Preisen, wie sie Expedia oder Flyloco im Netz offerieren. Low-Cost-Carrier und überschüssige Hotelkapazitäten werden da zu einem hübschen Urlaubspaket geschnürt, das günstiger als vergleichbare Katalogangebote ist.

          7. Richtung Westen oder in den Osten reisen?

          Der Osten Europas hält mehr Natur, Kultur und Schönheit bereit, als dem durchschnittlichen Spanienurlauber bekannt ist. Entscheidender ist für viele Reisende in die neuen EU-Länder aber die hohe Kaufkraft des Euro. Das macht den Urlaub erheblich günstiger als in den klassischen Badezielen Südeuropas.

          Das Hotelangebot ist im Osten allerdings noch immer knapp - allein schon, was die nackte Zahl der Betten angeht. Und die Qualität genügt nicht immer den Ansprüchen verwöhnter Pauschalurlauber. Wer für eine Reise ins Baltikum oder die Slowakei aufgeschlossen ist, sollte sich nicht gleich vom ersten Veranstalter frustrieren lassen, der kein passendes Angebot parat hat.

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