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Urlaubsplanung für Familien : Wir Frühbucher

Familienurlaub planen: Und immer grüßt das Murmeltier Bild: dpa

Gerade aus dem Winterurlaub zurückgekehrt, heißt es wieder, an die nächsten Schneeferien zu denken. Und das ist längst nicht die einzige Zumutung in der Urlaubsplanung für Familien.

          Weihnachten erledigt. Silvester abgehakt. Zeit zum Durchatmen? Schön wär’s! Aus dem Nichts des noch jungfräulichen Jahres wachsen neue Aufgaben hervor, die es zu bewältigen gilt. Und zwar zeitnah. Früher, als man noch keine Kinder hatte, konnte man sich den Luxus leisten, die Dinge auf sich zukommen zu lassen. Da saß man an einem Septemberabend entspannt beim Italiener, blickte sich rotweinselig in die Augen und plante die nächste Reise in die Toskana. Zwei Wochen später trank man seinen Chianti auf der Piazza del Campo in Siena. Die Reise-Vokabeln „romantisch, spontan und kurzfristig“ sind durch „sachlich, durchgeplant und rechtzeitig“ ersetzt worden. Wer das ABC der Familienurlaubsplanung nicht beherrscht, muss mit Einbußen, vor allem monetärer Art rechnen - spätestens dann, wenn ein Kind eingeschult wurde, oft aber auch schon vorher, wenn man im Sommer an die Schließzeiten im Kindergarten gebunden ist.

          Anke Schipp

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Regel Nummer 1: Sprechen Sie Ihren Urlaub rechtzeitig mit Kollegen ab. Sonst geht es Ihnen wie Jens W. aus A., Vater einer Tochter, der kurz vor den Osterferien den Chef um eine Woche Urlaub bat. „Urlaub? Jetzt?“, fragte der prustend zurück, und die ganze Abteilung, die aus fünf Familienvätern, drei Müttern und zwei Kinderlosen besteht, fiel in das Gelächter ein. „Ostern 2017, da können wir drüber reden“, sagte der Chef noch, bevor Jens W. mit hochrotem Kopf zu seinem Schreibtisch zurückkehrte.

          Das machen alle so

          Regel Nummer 2: Buchen Sie rechtzeitig. Am besten schon im Januar. Sonst müssen Sie mit ähnlichen Folgen wie Familie T. aus F. rechnen: zwei Kinder, vier und sechs Jahre, ein Hund. Der Familienrat hat beschlossen: Im Sommer geht es nach Mallorca, in die Ferienwohnung von Freunden. Im Mai muss Papa T. feststellen, dass die Flüge nahezu ausgebucht sind, bis auf den einen um 4.30 Uhr morgens, der 950 Euro pro Person kostet. Den Urlaub verbringt die vierköpfige Familie schließlich auf einem überfüllten Campingplatz im Bayerischen Wald.

          Regel Nummer 3: Klammern Sie. Haben Sie ein Hotel oder eine Ferienwohnung in einem beliebten Reisegebiet ergattert, weil vielleicht tatsächlich jemand abgesagt hat, buchen Sie unbedingt das nächste Jahr im Voraus. Das machen die meisten so, weshalb beispielsweise über Ostern und Silvester die Preise nicht nur astronomisch sind, sondern es auch schlichtweg nichts mehr gibt, was man buchen könnte.

          Kein Rabatt, sondern eine Variante

          Das führt uns zu Regel Nummer 4: Seien Sie nicht enttäuscht, wenn das strikte Befolgen von Regel 1, 2 und 3 trotzdem nicht zum glücklichen Ende führt. Denn Reiseveranstalter verstehen sich nicht als Caritas, sondern als Teil einer knallharten Branche, in der leider niemand Rücksicht darauf nehmen kann, dass Familien vielleicht nicht über das gleiche Reisebudget wie Vollzeit arbeitende Kinderlose verfügen und trotzdem auf die Hauptsaison angewiesen sind. Deshalb sollte man sich von der PR-Poesie mancher Kataloge nicht blenden lassen, in denen es etwa heißt: „Mit einer rechtzeitigen Urlaubsplanung steigt nicht nur Ihre Vorfreude, sondern als Frühbucher stehen Sie immer auf der Sonnenseite!“, oder an anderer Stelle: „Mit den Frühbucherreisen die schönsten Reiseziele sehen und bares Geld sparen!“

          Spätestens, wenn man die Reiseangebote in Katalogen oder online unter die Lupe nimmt, muss man sich jedoch eingestehen: Willkommen in der Wirklichkeit! Denn genaugenommen ist der Frühbucherrabatt für die Sommerferien kein Rabatt, sondern eine Variante. Ohne Rabatt wäre der Familienurlaub so gut wie unbezahlbar. Mit Rabatt ist er immer noch so teuer, dass man mit dem Geld außerhalb der Ferien und ohne Kinder einen zweiwöchigen Urlaub im 5-Sterne-Resort auf den Seychellen hätte buchen können.

          Mancher Großfamilie bleibt da nur ein anderer Klassiker: Ferien zu Hause. Das immerhin kann man ganz gelassen auf sich zukommen lassen. Für die Zehnerkarte im Freibad gibt’s nämlich keinen Frühbucherrabatt.

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