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Entdeckungen im Hegau : Das Kegelspiel Gottes

Heute pittoreske Landmarken, früher Überlebensgarantien: die Festungen auf den Hegauer Vulkankegeln wie die Ruine der Burg Hohenkrähen. Bild: Stefan Trinks

Alle Neune im Blütenmeer: Der Hegau nördlich des Bodensees ist trotz seiner spektakulären Landschaft und einzigartigen Kunstschätze kaum bekannt – und dank der Obstbäume niemals schöner als jetzt.

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          Preist man nach einer kulturhistorischen Tour durch den Hegau seinen Mitmenschen diese Landschaft an, schreiben sich kopfgroße Fragezeichen ins Gesicht des Gegenübers. Die Bodenseeregion kennt nahezu jeder, fast niemand aber den Hegau nordwestlich des Sees, von dem aus man bei klarem Wetter bis zu den derzeit noch immer vereisten Voralpenspitzen blickt. Und dies über Abertausende von weiß und rosafarben blühenden Obstbäumen hinweg, die den Hegau in diesem verspäteten Frühling in eine surreal schöne Landschaft aus unzähligen Baumbollen und Baumkugeln zwischen neun Vulkanschloten verwandeln. In einem Buch von 1959 wurden sie treffend als „Kegelspiel Gottes“ bezeichnet.

          Stefan Trinks
          Redakteur im Feuilleton.

          Erstmals in einer karolingischen Quelle des Jahres 787 in der latinisierten Form als „in pago Egauinsse“ erwähnt, ist der genaue Vorname des Namensgebers dieses einstigen schwäbischen Herzogtums bis heute unklar. Was hingegen klar ist, sind die geologischen Entstehungsumstände dieser neben der Eifel zweiten großen, aber skurrileren Vulkanlandschaft in Deutschland: Die Vulkankegel bestehen aus Basalt oder wie der Mägdeberg mit Fernsichtburgruine darauf aus hartem Phonolithgestein, was griechisch „Klangstein“ bedeutet, da der Stein bei Anschlagen glockenhell resoniert. In der letzten Eiszeit trugen Gletscher das weichere Gestein ab, der Phonolithschlot blieb jeweils einsam stehen. Den größten dieser neun Kegel, den Hohentwiel, kennen wieder deutlich mehr Menschen, manche erinnern sich aus Schulzeiten mit leichtem Grausen an das ihn verewigende Lied Victor von Scheffels, der offenbar eine Schwäche für Tafelberge mit historischem Gemäuer darauf hatte – auch den Staffelstein bei Bamberg mit seinen keltischen Wallanlagen hat er als heiligen Berg der Franken besungen.

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