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Ukraine-Tourismus : Die Hölle auf Erden

  • -Aktualisiert am

Was vom Supergau übrig blieb: Touristengruppe vor dem ehemaligen Café der Arbeiterstadt Prypjat. Bild: Sebastian Backhaus

In Tschernobyl soll das radioaktive Erbe nun ordentlich vermarktet werden, von einer Million Besucher ist bereits die Rede. Kann das gutgehen?

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          Am Eingang zur Postapokalypse fehlt es an Toilettenpapier und Seife. „My dear tourists“, ruft Irina Smirnova den Besuchern auf dem Weg zu den Toiletten hinterher. „Wer Desinfektionsmittel braucht, kommt bitte zu mir.“ Den Mangel geahnt habend, hebt eine ukrainische Touristin zur Antwort die mitgebrachte Papierrolle in die Höhe. Beide Frauen lachen, ein Witz für Eingeweihte.

          Die Touristengruppe steht an der Kontrollstation Dytiatky im Norden der Ukraine. Von hier sind es noch 30 Kilometer zu jenem Ort, den Tourguide Smirnova später am Tag als Hölle auf Erden vorstellen wird: dem Atomkraftwerk Vladimir Ilyich Ulyanov Lenin. Zwei Autostunden von der Hauptstadt Kiew entfernt, wurde es nach dem 26. April 1986 als AKW Tschernobyl weltweit bekannt. In dieser Nacht sorgte eine Melange aus menschlichem Versagen und technischen Mängeln des Reaktortyps für eine Explosion in Block 4. Heute schützt eine Sperrzone die Menschen vor dem radioaktiven Erbe des Kraftwerks.

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