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Trekkingtour durch Bhutan : Im Bruttonationalglück

  • -Aktualisiert am

Der Jichu Drake liegt am Rande des Jigme-Dorji-Nationalparks. In Anbetracht seiner steilen Eisflanken ist es vielleicht ganz gut, dass seine Besteigung tabu ist. Bild: Stephanie Geiger

Hier gibt es 96 Schneeleoparden, hohe Berge, die nicht bestiegen werden dürfen, kaum Straßen, nur eine einzige Verkehrsampel und keine Seilbahn. Verzicht? Entbehrung? Nicht bei einer Trekkingtour durch Bhutan.

          5 Min.

          Fangen wir vielleicht mit dem an, was wir über Bhutan gehört und was wir uns über das Land zusammengeträumt hatten: Nur eine begrenzte Anzahl an Touristen dürften das Land jedes Jahr besuchen, man müsse eine Art Eintrittsgeld bezahlen, ziemlich viel sogar, dafür sei es tabu, die hohen Berge zu bestiegen, weil sonst die Gipfel-Götter gestört würden. Es gebe kaum Straßen in Bhutan, nur eine einzige Verkehrsampel, dafür aber 96 Schneeleoparden. Und regiert wird das Land von einem echten König mit dem langen Namen Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, der eine wunderschöne Frau haben und der seine Untertanen mit Wohltaten umsorgen soll.

          Es klingt alles wie im Märchen. Auch, dass der König statt wirtschaftlicher Prosperität die Zufriedenheit der Menschen zu seinem politischen Ziele gemacht hat. Ein kleines Glück für ein Land, das als eines der ärmsten der Welt gilt. Bruttonationalglück nennen sie das in Bhutan.

          Mit diesen Bildern, Geschichten und Mythen im Kopf fliegen wir in das Land hinter den hohen Bergen des Himalaja. Bei dem sagenhaften Flug von Kathmandu Richtung Osten ziehen fünf Achttausender am Fenster vorbei. Und beim Anflug auf den Flughafen von Paro kommt die Maschine den Bergflanken beängstigend nah. Auf der Fahrt durch Paro, dem Dorf mit ein paar Tausend Einwohnern, das sich um den Flughafen gruppiert, reiht sich, wie aus einer längst vergangenen Zeit, ein Fachwerkhaus an das nächste. Tobgay, unser Reiseleiter, deckt die Illusion auf: „Die meisten dieser Häuser wurden erst nach 1985 gebaut, im alten Stil, um die Tradition zu bewahren.“ Tobgays trägt einen karierten Gho, eine Art knielanger Bademantel, der die traditionelle Kleidung in Bhutan ist, und bei offiziellen Anlässen von den Männern zu schwarzen Kniestrümpfen getragen werden muss.

          Ein Kloster in der Felswand

          Wir wollen Bhutan, das etwa so groß ist wie die Schweiz ist, aber nur 800.000 Einwohnern hat, zu Fuß erkunden. „Auch der König geht viel zu Fuß“, erzählt uns Tobgay, als wir zum Tigernest-Kloster aufsteigen, das imposant an der Felswand klebt, wo Guru Rinpoche auf einem Tiger reitend gelandet sein soll. Der Weg ist anstrengend und schweißtreibend. Eine Seilbahn gibt es in einem Land, das jahrzehntelang sogar das Fernsehen verboten hat, natürlich nicht. Dafür sind die Menschen Anfang des Jahrtausends gleich in das Internetzeitalter stolperten, weshalb heute jeder ein Smartphone hat, das sogar in den hintersten Winkeln funktioniert. Der König will die Menschen mit der flächendeckenden Mobilfunkversorgung von der Landflucht abhalten.

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