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Indonesien : Ein Eiland ist geboren

Bawah ist eine von über 250 Anambasinseln Bild: Bawah

Gibt es diese einsamen Trauminseln noch, auf denen man allein mit der Natur ist und es doch an nichts fehlt? Eine Reise nach Bawah, zu den indonesischen Anambasinseln

          7 Min.

          Auf den ersten Blick ist alles so, wie man es erwartet auf einer kleinen, privaten Tropeninsel mit einem Übernachtungspreis von über tausend Dollar: Am Pier stehen zwei Dutzend Menschen in tadellos sitzenden Leinenoutfits und winken, als würde ein Rockstar eintreffen. Das Strahlen in den Gesichtern an diesem Nachmittag ist so überzeugend, dass man die Komplikationen der Anreise sofort vergisst. Am frühen Morgen holte uns der Fahrer am Flughafen in Singapur ab, brachte uns zum Fährhafen, wir nahmen die Fähre nach Batam, einer Insel, die schon in Indonesien liegt, fuhren mit einem anderen Fahrer zum dortigen Flughafen, bestiegen das Wasserflugzeug, das uns eigentlich in der hoteleigenen Lagune absetzten sollte, aber nicht konnte, da neuerdings die Zuständigkeiten zwischen den verschiedenen Ministerien – Fischerei, Verteidigung, Tourismus – geklärt werden mussten, was die Anreise kurz vor Ende um knapp zwei Stunden verlängerte.

          Barbara Liepert

          Verantwortlich für das Ressort „Reise“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Cessna Caravan landete auf dem neueröffneten Flughafen Letung auf Jemaja, wo wir mit dem dritten Fahrer des Tages, vorbei an der einen oder anderen brandgerodeten Fläche und Schwemmland, bis zu einem kleinen Fischerhafen fuhren, wo sich an diesem verregneten Nachmittag keines der dort ansässigen Salzwasserkrokodile sehen ließ – dafür wartete eine weiße Yacht mit beigefarbenem Teppichboden, mit der es dann noch mal eine knappe Stunde Richtung Südsüdost, nach Bawah, ging. Wie heißt das bei Peter Handke im „Versuch über den geglückten Tag“ – kein geglückter Tag, der nicht den Moment von Komplikation und Gefahr kennt; umso mehr kann man sich freuen, wenn am Ende doch alles glückt, dort unten.

          Geheimtipp unter Schnorchlern

          Denn „Bawah“ bedeutet „unten, drunter“ – und bezeichnet vor allem die geografische Lage dieser sechs Inseln und drei Lagunen, die den Miniarchipel Bawah bilden. Bawah ist die südlichste Insel der Anambas, ein Archipel aus 255 Inseln, wovon nur 26 bewohnt sind. Sie liegen zwischen Malaysia und Borneo und sind erst seit kurzem ein eigener Verwaltungsbezirk. Die hügeligen, bewaldeten Inseln mit den vorgelagerten Riffen galten schon sehr bald nach ihrer Entdeckung durch die Freizeitkapitäne – beziehungsweise kurz nachdem die indonesische Regierung Yachttourismus in der Gegend zugelassen hatte – als sensationeller Geheimtipp zum Schnorcheln.

          Gute Kinderstube: in dieser Lagune ziehen drei kleine Schwarzspitzenriffhaie ihre Bahnen.

          Vor elf Jahren kam auch Tim Hartnoll mit seinem Boot hier vorbei. Der Reeder aus Singapur war nachhaltig beeindruckt von so viel Flora und Fauna über wie unter Wasser, und als er vom Bruder seines Kapitäns erfuhr, dass die Inseln zum Verkauf standen, war er zur Stelle. Er wollte dieses kleine Naturparadies bewahren.

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