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Zum Broadway in Manhattan : Die Vorstellung eines Lebens

Gründungsort des „New Yorker“

Seit „West Side Story“ hat wohl kein Musical mehr die amerikanische Seele so tief getroffen. Das hat auch der amtierende Präsident Trump bemerkt, der das Musical-Ensemble öffentlich beschimpfte, als dieses den Vizepräsidenten Mike Pence von der Bühne aus dazu aufrief, die Werte und die Vielfalt des Landes zu bewahren. Der Verfassungskämpfer Hamilton, der für die Stadt New York auch insofern eine wichtige Rolle spielte, als er verhinderte, dass sie Hauptstadt des Landes wurde, liegt auf dem Trinity Churchyard am oberen Ende des Broadways begraben. Einige Besucher machen sich nach der Vorstellung dorthin auf, um den wiederentdeckten Helden zu ehren. Andere ziehen in das nahegelegene „Algonquin“ weiter, jenes 1902 eröffnete Hotel am Times Square, in dessen Bar sich früher alles traf, was im Kulturbetrieb Rang und Namen hatte. Gertrude Stein, Marian Anderson, Sinclair Lewis waren hier zu Gast, 1950 schrieb William Faulkner in einem der Zimmer seine Nobelpreisrede. Nach dem Ersten Weltkrieg fanden hier die berühmten Round-Table-Treffen statt, bei denen Kritiker und Autoren zusammenkamen und Gossip austauschten. An einem der alten runden Tische gründeten Dorothy Parker und Harold Ross 1925 den „New Yorker“, der bis heute weltweit gelesen und bewundert wird. In jedem Zimmer des mittlerweile ziemlich mittelklassigen (aber nach wie vor sehr teuren) Hotels liegt die aktuelle Ausgabe aus.

Die historische Bedeutung des Ortes tröstet über seinen recht profanen Charakter hinweg: An der Bar sitzen keine Künstler mehr, sondern nur noch dicke Banker mit dünnbeinigen Begleitungen. Im dritten Stock läuft auch hier Tag und Nacht ein Laufband und verdirbt die Stimmung. Vom „Swagger“, der stolz-coolen Haltung eben auf der Bühne, ist hier nichts mehr zu spüren. Dafür bekommt man einen guten Gin Fizz und kann sie in Gedanken noch einmal Revue passieren lassen, diese Hauptstadt der Träume, dieses verblendete, triumphale, so sehr gefährdete New York.

Der Weg an den Broadway in Manhattan

Anreise Als erste Maschine hebt Singapore Air in Frankfurt täglich nach New York ab (Preis in der Economy ab 460 Euro, Premium Economy 1240 Euro, Business ab 2140 Euro). Bei Vorlage der „Bordkarte Plus“ gibt es bis zu 20 Prozent Rabatt (u. a. New York Pass, Central Park Zoo, Broadway-Shows, diverse Touren). Vergünstigungen gibt es auch im berühmten Kaufhaus Bloomingdale’s. Sogar in der Economyclass dürfen zwei Gepäckstücke kostenfrei mitgenommen werden. Zu buchen unter flug-new-york-singapore-airlines.de oder in jedem Reisebüro.

Unterkunft Der Broadway ist ein teures Pflaster, das traditionsreiche „The Algonquin Hotel Times Square, Autograph Collection“ kostet ab 400 Euro (algonquinhotel.com).

Broadway Zwei Mal im Jahr finden Aktionswochen statt, die nächste ist vom 3. bis 16. September. Während der sogenannten „Broadway Week“ gibt es zwei Tickets zum Preis von einem (nycgo.com/broadway-week); zwei Wochen später, vom 24. September bis 7. Oktober, sind dann die Off-Broadway-Weeks (nycgo.com/off-broadway-week), wenn man rechtzeitig online bucht, erhält man ebenfalls zwei Tickets zum Preis von einem.

Weitere Informationen unter nycgo.com

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