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Thailand : Phuket bemüht sich um Imagewechsel

  • -Aktualisiert am

Luxuriös auf Ökologie geachtet: Banyan Tree Bild: B.Schwertfeger/SRT

Luxusanlagen, Massentourismus und verantwortlicher Umgang mit der Umwelt sollen auf Phuket nicht länger Widerspruch sein.

          Für Phuket war es Glück im Unglück. Erst der unaufhaltsame Preisverfall von Zinn an den Weltbörsen ermöglichte ein für die Insel zukunftsträchtiges Projekt. Auf dem ehemaligen Gelände der unrentabel gewordenen Zinngruben, die sich weit in die Bang Tao Bucht gefressen hatten, entstand eines der größten Hotelprojekte des Landes. Doch anstatt weiterhin den Massentourismus zu fördern, wurde aus der Grand Laguna das Symbol für einen Wandel auf der Insel.
          Wo das Schürfen nach Zinn einst nur häßliche Kraterlandschaften hinterlassen hatte, steht heute die Laguna Phuket Anlage mit ihren vielfach ausgezeichneten Resorts.

          Dazu gehören unter anderem das Banyan Tree, das Dusit Thani und das Sheraton Grande Laguna. Die noblen Hotelanlagen stehen nicht nur Pate für das Bemühen um Urlaubsreisende, die ein luxuriöses Ambiente suchen, sondern auch für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. So wurde zum Beispiel die Sheraton Anlage sowohl von den Lesern des renommierten Magazins Condé Nast Traveller zum besten Resort in Thailand gewählt, als auch von der thailändischen Tourismusbehörde bereits mehrfach mit dem Umweltpreis "Green Leaf Award" ausgezeichnet. Damit wird beispielsweise der schonende Umgang der Hotelanlage mit den natürlichen Ressourcen und die konsequente Abfallvermeidung des Resorts gewürdigt.

          Weg vom Sex- und Billigtourismus

          Das Umdenken bei den Verantwortlichen in den thailändischen Tourismuszentren kam gerade noch rechtzeitig. Nicht nur die Finanzkrise 1997 hatte das Land in seinen Grundfesten erschüttert, auch die negativen Folgen des jahrzehntelang andauernden Massentourismus machten dem Land und insbesondere der Urlaubsinsel Phuket heftig zu schaffen. Umweltskandale und abstoßende Berichte über den ausufernden Sex- und Billigtourismus an der weltberühmten Patong Beach waren die logische Folge.

          "Heute gibt es glücklicherweise immer weniger Anlass, Negatives über die Insel zu sagen. Vielmehr können sich die Touristen wieder auf die landschaftlichen Schönheiten und die Naturschätze der Insel konzentrieren," meint Linawaty Ko, eine philippinische Auswanderin, die seit Jahren auf der Thai-Insel lebt.

          Vor allem eine Reihe von Umweltprojekten und die Arbeit einiger ökologischer Touranbieter hat zu dem allmählichen Umdenken beigetragen. Ein Beispiel ist Siam Safari, ein Ausflugsanbieter, der bereits mit Auszeichnungen überhäuft wurde. Siam Safari gehört zu den etabliertesten Anbietern von Öko-Touren in Phuket. Ausflüge auf den Rücken von Elefanten, Kanufahrten durch Mangrovenwälder und verschiedene Dschungel-Trekkingtouren stehen besonders bei den naturbegeisterten deutschen Touristen hoch im Kurs.

          Auch Gibbon Affen werden geschützt

          Das Gibbon Rehabilitation Project erfreut sich ebenfalls eines steigenden Interesses bei den Besuchern der Insel. Hier werden nicht nur kranke Affen aufgepäppelt und gepflegt. In Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung und dem asiatischem Ableger des Wildlife Funds versuchen die Projektmitarbeiter den Lebensraum der Gibbon-Affen, die ihre Heimat in den Regenwälder Asiens haben, zu schützen.

          Diese Projekte allein sorgen zwar noch nicht für einen nachhaltigen ökologischen Wandel auf Phuket. Es ist aber eine Fülle vieler kleinerer Veränderungen zu beobachten, die die zunehmende Bedeutung des Naturschutzes auf Phuket veranschaulichen. Sei es das Energiesparhaus des deutschen Jürgen Grüneberger aus Hamburg oder die stetig wachsende Zahl hoteleigener Kläranlagen. Alle Maßnahmen zusammen könnten Phuket wieder zur paradiesischen Trauminsel vieler deutscher Urlauber werden lassen.

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