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Terroranschläge : Terrorangst ist kein Stornogrund

  • -Aktualisiert am

Gepäckkontrollen werden künftig länger dauern. Bild: ZB-Fotoreport

Erst eine Warnung des Auswärtigen Amtes reicht als Absagegrund.

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          Die Anbieter von Reisen in die Vereinigten Staaten haben sich schnell geeinigt. Ihre Kunden können Reisen mit Abflugtermin bis zum 26. September (bei TUI bis 30. September) kostenlos umbuchen - auf einen späteren Termin oder zu einem anderen Ziel. Ebenso behalten Flugtickets ihre Gültigkeit, auch Sondertarife, die verfallen würden. Lufthansa-Kunden können Tickets mit Abflugtermin bis 30. September ohne Gebühren umbuchen oder stornieren. Gleiches gilt für Flüge nach Tel Aviv in Israel.

          Wer jetzt allerdings aus Furcht vor Anschlägen seinen Urlaub zum Beispiel in einem islamischen Staat nicht mehr antreten will, der kann dies nur im Rahmen der Stornoregelungen der Veranstalter tun. Die Gebühren für das Storno sind bei fast allen Veranstaltern gleich. Wer etwa bei TUI gebucht hat und sich in der Woche vor der Abreise zum Daheimbleiben entschließt, zahlt 65 Prozent des ausgeschriebenen Reisepreises. Am Tag der Abreise sind es bis zu 80 Prozent. Selbst kurz nach der Buchung kommen schon Kosten auf den stornowilligen Urlauber zu: 15 Prozent sind bis zum 34. Tag vor Reisebeginn fällig, bei Ferienwohnungen sogar stattliche 80 Prozent.

          Reiserücktrittsversicherung nutztlos

          Auch eine Reiserücktrittskostenversicherung hilft nicht. Sie zahlt nur, wenn zwingende Gründe wie Unfall, Erkrankung, Impfunverträglichkeit, großer Schaden am Eigentum des Reisenden (z.B. Haus brennt ab), ein Todesfall oder auch unerwartete, betriebsbedingte Arbeitslosigkeit in der Familie sowie Wiedereinstellung nach Arbeitslosigkeit vorliegen. Angst vor Anschlägen zählt nicht zu den Rücktrittsgründen.

          Grundsätzlich gilt: Nur wenn das Auswärtige Amt eine Region zum Krisengebiet erklärt oder auf ein erhöhtes Sicherheitsrisiko hinweist, hat der Reisende nach der gängigen Rechtssprechung Anspruch auf kostenlose Stornierung der gebuchten Reise. Für die beliebten Urlaubsländer Türkei, Zypern und Ägypten sowie Marokko und Tunesien in Nordafrika ist das bis jetzt nicht der Fall. Nur für den Irak gibt es bisher eine Reisewarnung.

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