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Streik : Große Teile des Bahnverkehrs in Frankreich lahmgelegt

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Es fährt kein Zug nach Irgendwo Bild: AFP

Ein Streik der französischen Eisenbahner hat am Mittwoch zu erheblichen Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr geführt. Auch Zugverbindungen von und nach Deutschland wurden beeinträchtigt.

          Ein Streik der französischen Eisenbahner hat am Mittwoch zu erheblichen Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr geführt und auch Zugverbindungen von und nach Deutschland beeinträchtigt.

          Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF war durch den auf 24 Stunden angelegte Ausstand gezwungen, zahlreiche Züge im Großraum Paris und andere wichtige Städteverbindungen zu streichen. Es wurde erwartet, daß sich viele Pendler einen Tag frei nehmen würden, um einem Verkehrschaos zu entgehen. Andere fuhren mit dem eigenen Auto bis an den Pariser Stadtrand, um von dort mit Bussen oder der Metro ins Zentrum zu gelangen. Diese waren nicht vom Streik betroffen.

          Eurocity und Thalys eingeschränkt

          Auf den Thalys-Verbindungen zwischen Köln, Brüssel und Paris verkehrten nach Angaben der SNCF 90 Prozent der planmäßigen Züge. Auch die Eurostar-Verbindungen Richtung London wurden zu 80 Prozent aufrechterhalten. Von den TGV-Schnellzügen in Frankreich verkehrten rund zwei Drittel, ebenso wie auf der Strecke Paris-Straßburg. Die größten Behinderungen gab es im Regionalverkehr und besonders im Bahnverkehr rund um Paris, wo nur rund ein Drittel der Züge fuhren.

          Die Deutsche Bahn AG schränkte wegen des Streiks einige Zugverbindungen ein. So sollte nach Angaben einer Unternehmenssprecherin ein zwischen Stuttgart und Lyon verkehrender Eurocity am Mittwoch nur bis Karlsruhe fahren. Ein von München nach Straßburg fahrender Zug sollte bereits in der Grenzstadt Kehl enden.

          Höhere Löhne durchsetzen

          Mit ihrem am Dienstagabend begonnenen Streik wollen die französischen Eisenbahner höhere Löhne durchsetzen, Stellenstreichungen verhindern und gegen Reformpläne der Regierung protestieren. Dem Eisenbahnerstreik waren Anfang der Woche bereits Arbeitsniederlegungen von Hebammen sowie von Mitarbeitern der Energieversorger Electricite de France (EdF) und Gaz de France vorausgegangen. Durch den Streik bei den Energieversorgern sei die Stromproduktion des Landes für einen Tag um sieben Prozent zurückgegangen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Von dem Ausstand, an dem sich nach Gewerkschaftsangaben rund die Hälfte der insgesamt 140.000 Beschäftigten von EdF und Gaz de France beteiligten, waren auch rund sechs Atomkraftwerke betroffen.

          Am Donnerstag wollen Krankenhausmitarbeiter und Ärzte die französische Streikwoche fortsetzen. Die Streikwelle gilt als erster Test dieses Jahres für die konservative Regierung unter Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin. Er hat den Abbau der Arbeitslosigkeit von knapp zehn Prozent zum vorrangigen Ziel erklärt.

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