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Strandurlaub : Die Farben des Sandes

  • -Aktualisiert am

Chignecto Bay in New Brunswick, Kanada Bild: Picture-Alliance

Ohne ihn wäre der Strand bloß Küste. Und er kommt in vielen Farben vor: Sand. Es gibt rote, schwarze und grüne Strände auf der Welt. Und künstliche aus Glas.

          Man muss davon ausgehen, dass es im Paradies keinen Strand gab. Adam und Eva haben sich wohl nie auf Sand gelegt und an der Küste den Wellen gelauscht. Denn, wenn man den christlichen Mythos einmal ganz Ernst nimmt: Kurz nach der Erschaffung der Erde war einfach noch nicht genug Zeit vergangen für das, was vielen der schönste und entrückteste aller Orte ist. Für den Strand.

          Denn Sand ist Zeit, und zwar viel Zeit. Er besteht aus fein zermahlenem Stein, und es dauert Jahrmillionen, bis die Wellen die Steine auf die Größe zerrieben haben, die es braucht, bis aus ihnen Sand wird. Etwas mehr als ein zwanzigstel Millimeter bis hin zu zwei Millimetern ist der Durchmesser der Körner dann. Größere sind dann schon Kies wahr. Die Strömung wirft die Körner immer wieder ans Ufer, schleift sie aneinander. Was sie da aneinander schleift, entscheidet nicht nur über die Konsistenz, die Feinheit des Sandes: Sondern auch über die Farbe. Denn auch wenn Strände meistens gold-gelb-beige sind, es gibt sie in fast allen Farben.

          Goldbraun schimmert der Sand üblicherweise an Nord- und Ostsee, wie hier an der Seebrücke Binz.

          Golden

          Das in der Sonne golden wirkende helle Braun am Sandstrand ist hier zu Lande normal, an Nord- und Ostsee, wo die Deutschen ihre Tücher ausbreiten und ihre Strandkörbe mieten. Denn der deutsche Sand besteht, wie überhaupt die meisten Sande der Welt, aus Quarzgestein. Der Quarzsand, der auch zur Herstellung von Glas benutzt wird, ist in seiner Reinform eigentlich weißgrau. In der Natur aber ist er mit Anteilen von Lehm und Ton vermischt, die für die gelbgoldene Farbe verantwortlich sind. Sand ist eben niemals wirklich nur eine Sorte Gesterin – und deswegen kann er so viele Farben annehmen.

          Hier ohne verstärkenden Filter: Pink Sands Beach.

          Weiß

          Diese Farben ist eine Ausnahme: Die weißen Traumstrände, nach denen wir uns in Europa so sehnen, und die eher auf der Südhalbkugel zu finden sind, bestehen eigentlich aus Kalk. Sie sind, auf den Malediven etwa oder in Florida, nicht zufällig in der Nähe von Korallenriffen gelegen. Hier sonnt man sich nicht auf Sand im eigentlichen Wortsinn, sondern auf den zur Millimetergröße zermahlenen Überresten von Korallen oder Muscheln. Unter Meeresbiologen gibt es eine relativ neue Theorie, die vielleicht nicht ideal zur Ästhetik eines Traumurlaubs passt: Dass es nämlich Fischkot ist, der die Strände weiß gefärbt hat. Der Papageienfisch sei es, der fast den kompletten Tag damit verbringe, Algen von Korallenriffen abzufressen. Dabei nimmt er Partikel der aus Kalk bestehenden Koralle auf – und die Alge selbst ist ebenfalls hoch kalkhaltig. Umweltforscher vom Waitt Institute in Kalifornien wollen herausgefunden haben, dass der bunt schillernde Fisch auf diese Weise rund dreihundert Kilogramm Sand im Jahr produziert. (Und überall, wo der vom Aussterben bedrohte Papageienfisch in seiner Population bedenklich zurückgegangen ist, mehren sich auch die Anzeichen, dass Riffe und Korallen sterben.)

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